Andrea Berg nach Kreuzband-OP außen vor

14. Oktober 2008

Die schlimmsten Befürchtungen des Volleyball-Bundesligisten USC Münster haben sich bestätigt. Leistungsträgerin Andrea Berg musste nun doch wegen eines gerissenen vorderen Kreuzbandes operiert werden. Diese Diagnose und den folgenden notwendigen Eingriff hat Teamarzt Dr. Stephan Maurer vorgenommen, wie der Verein am Montag mitteilte.

Die Operation sei gut verlaufen. Wie berichtet hatte sich die Kapitänin des USC am 23. August im Trainingslager in den Niederlanden das Knie lädiert. Zunächst war ein Innenbandriss erkannt worden – erst als die Schwellung des Gelenks abgeklungen war, wurde die endgültige Diagnose erstellt.

Fell macht die Lage zum Thema

Aller Voraussicht nach, glaubt der USC, fällt die Mittelblockerin für den Rest der Saison aus In dieser Woche berät der neue Vorstand unter Matthias Fell über die weitere Vorgehensweise nach dieser Hiobsbotschaft für Trainer Axel Büring. Es ist anzunehmen, dass dieser auf eine weitere Neuverpflichtung wert legt. Gleichwohl weiß er, wie es um die Haushaltslage des Klubs bestellt ist und lamentiert nicht öffentlich.

Beim Liga-Auftakt in Suhl hatte Büring neun Spielerinnen im Kader stehen. Auch am Montag (20. Oktober, 20.15 Uhr) im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen werden es, Stand jetzt, nicht mehr werden. Die Regularien verbieten zudem, an den ersten beiden Spieltagen eine Akteurin aus der Zweitliga-Zweiten einzusetzen.

(Quelle: Echo-Münster)

Stachel der Enttäuschung sitzt tief

13. Oktober 2008

Die Dinge entwickelten sich nicht in die gewünschte Richtung. Nach der 0:3 (18:25, 13:25, 12:25)-Niederlage, die der USC im Saison-Eröffnungsspiel der Volleyball-Bundesliga beim VfB Suhl am Samstagabend hatte hinnehmen müssen, saß der Stachel der Enttäuschung tief. Das lag weniger daran, dass den Unabhängigen von einem übermächtigen Gegner – fast schon erwartungsgemäß – die Grenzen aufgezeigt wurden. Der Grund für die Niedergeschlagenheit war vielmehr der, dass der USC in der Suhler Sporthalle „Zur Wolfsgrube“ eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde. Das kam auch in den Worten von USC-Trainer Axel Büring zum Ausdruck, der hinterher desillusioniert feststellte: „Wir haben heute Vormittag gut trainiert, sind dann aber aus der Halle geschossen worden.“ Nicht nur Büring hatte sich den Abend anders vorgestellt.

Die Geschichte des einseitigen Spielverlaufes ist rasch erzählt. Der USC vermochte dem VfB Suhl nur im ersten Satz Paroli zu bieten. Als danach die Vorteile der in allen Spielelementen deutlich überlegenen Gastgeberinnen zum Tragen kamen, schwanden beim USC zunächst die Moral und dann auch die Kräfte. Der Wille war den Unabhängigen zwar nicht abzusprechen. Doch diese einmal mehr lobenswerte Tugend reichte nicht, um dem Team von Suhls Trainer Michael Schöps Paroli zu bieten. Der VfB war einfach eine Nummer zu groß. „Wenn man von einem Satzgewinn so weit entfernt ist wie wir es waren, dann ist es leicht zu sagen: Wir haben nicht gewollt. Diesen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft aber nicht machen“, betonte Büring, der davon sprach, ein Spiel „auf zwei unterschiedlichen Levels“ erlebt zu haben

Im ersten Satz waren die Leistungsdiskrepanzen allerdings noch nicht augenscheinlich. Zwar geriet der USC rasch in Rückstand. Doch beim Stand von 6:8, 15:19 und 17:21 hatte er sich herangekämpft. Phasenweise gelang es, mitzuhalten und – nach Aufschlägen von Anika Brinkmann – den Gegner zu beschäftigen. Dabei vermochte sich Barbara Degi einige Male in Szene zu setzen, die mit Schmetterschlägen von der Außenposition erfolgreich war. Doch schon im zweiten Satz zeigte sich, dass der USC nicht in der Lage war, das Niveau zu halten. Der VfB Suhl machte nun mächtig Dampf, so dass das Team von Axel Büring die Orientierung verlor. Als im dritten Satz Degi aufgrund einer Bänderdehnung nicht mehr eingesetzt werden konnte, schwanden die Chancen zusehends.

Suhl war nun in jeder Hinsicht die bessere Mannschaft – spielerisch, taktisch und auch physisch. Diese Vorteile machten sich vor allem am Netz bemerkbar. Dort setzten die Gastgeberinnen dem USC nicht nur körperliche Größe, sondern auch Masse entgegen. Auf der anderen Seite düpierte Ex-Nationalspielerin Anja Krause den wenig sattelfesten USC-Block ein ums andere Mal. Nach insgesamt 62 Minuten hatte der Spuk dann endlich ein Ende.

Den Unabhängigen blieb die Erkenntnis, ein gutes Stück unter ihren Möglichkeiten geblieben zu sein. „Für Suhl war es letztlich ein Trainingsspiel“, resümierte Büring. Ähnliches dachte wohl auch sein Pendant Schöps angesichts der Tatsache, dass sein Team allenfalls ansatzweise gefordert wurde: „Dieser Sieg ist kaum einzuordnen.“

(Quelle. Westfälische Nachrichten)

USC in der “Wolfsgrube” ohne Mittel beim 0:3

12. Oktober 2008

Das war Axel Büring zu deutlich: „Wir haben das Niveau, das wir im Training gezeigt haben, nicht mit in den Wettkampf genommen.“ Beim VfB Suhl gab es ein 0:3 (18:25, 13:24, 12:25) des USC Münster zum Bundesliga-Auftakt.

In der „Wolfsgrube“ der Thüringerinnen war die Atmosphäre klasse – weil die heimischen Volleyballerinnen durchweg überzeugten. Suhl ist angetreten, um den Titel mitzuspielen.

Degi verletzt sich

Der kleine Kader des USC war am Ende auch noch dezimiert. Denn die Ungarin Barbara Degi knickte im dritten Satz um und konnte nicht mehr weiterspielen. Deutlich mehr Alternativen hatte VfB-Trainer Michael Schöps, der die noch nicht voll belastbare Birgit Thumm zwar nur dann und wann brachte, die 20-jährige Dominice Steffen aber durchspielen ließ. 62 Minuten dauerte das Match – direkt danach trat der USC die Heimreise an.

Suhl entfacht Druck

Suhl setzte den USC gleich „mit sehr guten Aufschlägen“ (Büring) unter Druck. 6:3, 11:6 und dann 19:13 stand es. „Unsere Annahme kam nicht“, konstatierte Büring, der bei der Liga-Premiere hauptsächlich auf die Australierin Anna Maycock im Zuspiel setzte. Die Neue konnte ihr Können kaum entfalten. „Suhl hat kombiniert – manchmal nach Belieben“, sah Büring den VfB phasenweise „eine ganze Klasse besser.“

Auf 16:20 kam Münster noch einmal heran, aber das Strohfeuer konterten die Gastgeberinnen, die nach 22 Minuten zu 18 gewonnen hatten. Nur 20 Minuten währte Set Nummer zwei, den Suhl über 6:1, 9:2, 16:7 und 18:10 mit 25:13 holte. War Münster anfangs „zu aufgeregt und auch beeindruckt von der Kulisse“ (Büring), so sah der Coach seine Auswahl dann sogar als „konsterniert“ an.

Nach 4:2 zum 5:13

Suhl lag im dritten Satz 2:4 hinten und schlug postwendend zurück. Über 7:5 und 13:5 wurde es deutlich, über 20:10 ging der letzte Satz binnen 20 Minuten mit 25:12 an den Tagesfavoriten. An dem Abend hatte der USC keine Möglichkeiten, dem Tempo und den Attacken des VfB eigene Mittel entgegen zu stellen.

Bayer Leverkusen, am Samstag daheim 2:3-Verlierer gegen die Köpenickerinnen, ist am 20. Oktober der erste Gegner, den der USC am Berg Fidel empfängt.

(Quelle: Echo-Münster)

Niederlage zum Saisonauftakt

11. Oktober 2008

Mit einer klaren 0:3 Niederlage ist der USC Münster in die neue Bundesligasaison gestartet. Das Auftaktspiel in Thüringen gegen den VfB Suhl verloren die Damen aus Münster mit 18-25, 13-25 und 12-25 deutlich in nur 62 Minuten.

Kapitän im Krankenstand

11. Oktober 2008

Als sich die Mannschaft des USC Münster gestern Mittag im Bus auf den Weg nach Suhl machte, war Spielführerin Andrea Berg frisch operiert. Die Spielführerin, die sich vor gut zwei Wochen bei einem Freundschaftsspiel in den Niederlanden verletzt hatte, unterzog sich am Morgen einer Kniespiegelung. Über das Ergebnis mochte der Bundesligist gestern keine Auskunft geben.

Fakt ist, dass sich Berg bei dem Vorfall in der Testpartie gegen den Schweizer Erstligisten Volero Zürich einen Innenbandriss im linken Knie zuzog. Ob weitere Teile des komplizierten Knieapparates beschädigt sind, ist noch nicht bekannt. Vor dem Eingriff gestern hatte die Spielerin gesagt: „Es besteht die Gefahr, dass auch das Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen ist. Ich hoffe, ich habe Glück.“

Durch die Verletzung Bergs, die frühestens zur Jahreswende ins Team des Erstligisten zurückkehrt, hat sich die Zahl der Mittelblockerinnen im Erstliga-Kader des USC auf zwei reduziert. Lea Hildebrandt (20) und Gwendoline Horemans (21) müssen nun am Netz die Kastanien aus dem Feuer holen. „Beide sind noch sehr jung. Es ist schon eine schwierige Situation“, weiß Berg. Unterstützung aus dem Zweitliga-Team lässt die Spielordnung nicht zu. Frühestens am dritten Spieltag besteht die Möglichkeit der Aufstockung aus eigenen Reihen. Trainer Axel Büring wird sich darüber gewiss schon Gedanken gemacht haben. Sozusagen als Helferin in der Not könnte Claudia Bimberg einspringen. Die 22-Jährige stand bereits in den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 im Erstliga-Team der Unabhängigen.

Für Andrea Berg ist die Situation „sehr gewöhnungsbedürftig. Ich war ja noch nie über einen längeren Zeitraum verletzt. Jetzt nicht eingreifen zu können, ist ein komisches Gefühl. Zurzeit ist für mich alles noch ein bisschen unwirklich.“

Auch im Krankenstand sucht die Blondine die Nähe zur Mannschaft. Beinahe täglich schaut sie beim Training vorbei, feuert ihre Mitspielerinnen an, lobt und gibt Ratschläge. „Es ist mir ein Bedürfnis, nahe bei den anderen zu sein und ab und zu etwas zu sagen“, erklärt sie.

Beim Saisonauftakt heute in Suhl ist die Versicherungskauffrau nicht dabei. Im Krankenbett wird sie der Mannschaft die Daumen drücken. Beim ersten Heimspiel am Montag in einer Woche gegen Leverkusen ist Berg selbstverständlich vor Ort. „Ob ich dann auf der Bank oder am Spielfeldrand sitze, weiß ich noch nicht. In jedem Fall werde ich nahe genug dran sein, um der Mannschaft helfen zu können, wenn sie Unterstützung braucht.“

Das Spiel in Suhl beginnt heute um 19.30 Uhr. 40 Fans aus Münster werden die Mannschaft in der Wolfsgrube unterstützen.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

Büring hat keine Wahl

10. Oktober 2008

Aufbruchstimmung beim USC Münster: Zum Bundesliga-Start in Suhl (morgen, 19.30 Uhr) zeigt auch der Vorstand Flagge. Gemeinsam mit den „Critters“ machen sich die Vizepräsidenten Jürgen Schulz und Hans Siebels morgen im Fanbus auf den Weg nach Thüringen. Klubchef Matthias Fell schaut sich derweil die Begegnung des Zweitligateams am Sonntag in Berlin an.

Mannschaft und Trainer des deutschen Rekordmeisters reisen bereits heute Mittag nach Suhl. Ungewöhnlich früh müssen sie am Spieltag aus den Federn. Für das Abschlusstraining wurde ihnen die Stunde von neun bis zehn Uhr zugeteilt. Coach Axel Büring hätte angesichts des Spieltermins erst am Abend eine spätere Zeit favorisiert. „Aber diese Spielchen in Suhl kennen wir ja schon. Ich habe das fünf Jahre lang geschluckt, diesmal nicht. Wir werden darauf reagieren.“ Der VfB darf sich beim Rückspiel auf eine Retourkutsche vorbereiten.

Gestern sagte Büring, dass sich die Mannschaft sehr auf die Saison freue. „Wir haben gut trainiert und sind gut vorbereitet. Suhl ist natürlich klarer Favorit. Doch wenn der VfB es zulässt, werden wir zupacken. Ob das dann für einen Satz reicht oder zwei oder noch mehr, werden wir sehen. Auch im Volleyball kann man nichts ausschließen“, erklärt der 41-Jährige.

Zuversicht schöpft Büring aus der guten Stimmung im Team. Sogar die schwere Verletzung von Spielführerin Andrea Berg, die vermutlich bis zum Jahreswechsel ausfällt, habe der Mannschaft keinen Knacks gegeben.

Aber natürlich fehlt die Kapitänin an vielen Ecken und Enden. Als „Häuptling“ auf dem Feld und als stabile Größe im Mittelblock. Dort müssen nun die 20-jährige Lea Hildebrandt und die nur ein Jahr ältere Belgierin Gwendoline Horemans die Dinge richten. Alternativen zu diesem Paar gibt es nicht. „Die Wettkampfordnung verbietet es uns, an den ersten beiden Spieltagen Spielerinnen aus dem Zweitligateam hinzuholen. Folglich sind uns die Hände gebunden, wir fahren zu neunt nach Suhl“, verdeutlicht Büring.

Über seine Startformation mochte der Trainer gestern nichts verraten. Die Mannschaft wird er wie gewohnt, 45 Minuten vor dem Anpfiff in Kenntnis setzen. Große Wahl hat er in Suhl nicht. Im Angriff gibt es genau vier Bewerber (Johanna Barg, Anika Brinkmann, Ines Bathen und Barbara Degi) für drei Positionen, im Zuspiel muss er sich der Coach zwischen Doreen Engel und Anna Maycock entscheiden. Büring bescheinigt beiden Stellerinnen „eine gute Entwicklung.“ Sehr erfreut ist er über die rasche Integration des Neuzugangs aus Australien. „Anna ist eine echte Bereicherung für unser Team. Sie brennt immer und lebt für ihren Sport.“ Dies lasse, so der Trainer, allerdings keine Rückschlüsse auf die Anteile im Wettkampf zu. „Meine Spielerinnen wissen, dass ich gern wechsele. Ich muss auch im Zuspiel keine Nummer eins haben.“

Auf ein konkretes Saisonziel hat sich Büring nur ungern festlegen lassen. Nun ist es raus, und es heißt: „Einstelliger Tabellenplatz.“ Büring findet, dass dies „doch ziemlich gut klingt.“ Und darüber hinaus Luft nach oben lasse. „Im vergangenen Jahr haben wir eine ziemlich miese Serie gehabt. Vielleicht“, so sinniert er, „bekommen wir ja auch mal einen Lauf in die andere Richtung.“

(Quelle:Westfälische Nachrichten)

USC startet in die Saison: Kleiner Kader, neue Kräfte

09. Oktober 2008

Mikasa MVA 200 heißt der Volleyball, der bei Olympia in Peking übers Netz flog. Und ab dem Wochenende offizieller Spielball in der Bundesliga ist. Ob diese Neuerung – der Ball soll flattern und schwer anzunehmen sein – maßgeblich ist, wird sich weisen.

Maßgeblich ist der neue Spielmodus der auf 14 Teams vergrößerten 1. Liga und maßgeblich für die Spielerinnen des USC Münster ist, dass sie in ihrem kleinen Kreis Schulter an Schulter arbeiten werden.

Neunköpfig zuerst in Suhl gefordert

Der finanziell schwer gebeutelte Rekordmeister wird am Samstag in der „Wolfsgrube“ des VfB Suhl mit einem neunköpfigen Kader antreten. Tags zuvor wird Dr. Stephan Maurer die außer Gefecht gesetzte USC-Kapitänin Andrea Berg operieren und erst beim Blick ins Knie feststellen können, was genau in dem Gelenk nicht stimmt. Libera Lisa Thomsen ist jetzt Kapitänin und „hat sich sehr gefreut über die Auszeichnung.“ Trainer Axel Büring weiß: Die selbstbewusste 23-Jährige übernimmt gerne Verantwortung.

„Eins zu eins ist Andrea nicht zu ersetzen“, kennt Axel Büring die Schwächung seines Teams. „Diese Erfahrung und diese Qualität im Spiel hat niemand sonst.“ Der USC, der wie berichtet den neuen Etat schon mit einer Unterdeckung planen muss, wird die Mittelblockerin gar nicht ersetzen können. Transfers sind nicht drin, Schluss aus. Büring muss damit leben, dass der Anzug auf Kante genäht ist.

Fehler-Wiederholung vorbeugen

Trotzdem will er, trotzig-willig und spürbar motiviert, die letzte Spielzeit vergessen machen. „Wir haben uns damals zu viel mit Dingen im Umfeld beschäftigt, uns ablenken lassen, uns Druck aufgebaut“, sagte Büring im Gespräch mit echo-muenster. Und mit der Betrachtung schließt er die Rückschau ab. Intern habe man klare Strategien entwickelt und Verabredungen getroffen, die eine Wiederholung der Fehler vermeiden sollen. Das passt haargenau in die Neuaufstellung des gesamten Vereins, dessen neues Präsidium unter Matthias Fell „insgesamt positive Akzente setzen soll.“

“Das ist mein Verein”

Büring kann sich damit voll identifizieren. Könnte er das nicht, hätte er mit der Annahme eines lukrativen Angebots eines anderen Vereins geliebäugelt. Zumal er bis Mitte 2012 an den USC gebunden ist, verbot sich das Kokettieren aber. „Das ist mein Verein. Ich bin keiner, der wegläuft nach so einem Jahr.“ Er selbst wolle „wachsen an einer solchen Situation.“

Ein Freund soll Klartext sprechen

Tom kleine Holthaus, ein Freund seit Jahren, wird ihm dabei zur Seite stehen. Der neuerdings als Trainer für Spezialaufgaben (Technik, Analyse) eingebundene Mann ist stark als Berater Bürings gefragt und bei Bedarf auch gefordert, wenn der Blick von außen gewünscht wird. „Ich erwarte, dass er Klartext spricht“, so Büring. Ihm war es wichtig, „einen an der Seite zu haben, der bedingungslos zu mir steht“ und gerade deshalb ehrlich ist. Mit Til Kittel, Jahrgang ´78, ist ein neuer Co-Trainer im Amt. „Innovativ und mit tollen Ideen“ sieht Büring den Neuen.

Neues Tempo gefordert

War Doreen Engel in der letzten Serie im Zuspiel quasi alleine gefordert, so wird sie künftig vom Jobsharing mit der Australierin Anna Maycock profitieren. Die Nationalspielerin bietet eine größere Erfahrung an und soll das neue USC-Tempo prägen. Darauf hat Büring Wert gelegt: „Es mangelt uns ja an Handlungshöhe, also müssen wir andere Wege suchen, um punkten zu können.“

Nämlich durch deutlich schneller Angriffe, gewitzte Spielzüge überraschende Passagen. „Die Zeit muss kurz sein zwischen Zuspiel und Angriffsschlag.“ Anna Maycock komme es entgegen, wenn Geschwindigkeit gefordert ist. Und Doreen Engel „kann neue Ressourcen entdecken“ und mental an Stärke gewinnen, wenn sie nicht mehr alleine in der Verantwortung steht.

Auf „einem einstelligen Tabellenplatz“ will Büring den USC landen sehen und die Weiterentwicklung dokumentiert haben. „Erfolgreich zu sein auf Dauer, das muss unser Ziel sein. Um einen Titel holen zu können, muss man vielleicht sogar jahrelang arbeiten.“

Vier Neue in Suhl - plus Trainer

Die Thüringer aus Suhl haben einen geholt, den Pokalsieg nämlich zuletzt. Als Trainer kam Michael Schöps (51) für Han Abbing ins Amt. Der Niederländer ging nach vier Jahren weg zum DVV und wurde Nachwuchs-Bundestrainer. Suhl will um den DM-Titel mitspielen und hat Alesha Deesing, US-amerikanische Nationalspielerin, DVV-Nationalspielerin Dominice Steffen von NA Hamburg, die Polin Paulina Gomulka und nicht zuletzt die Ex-USC-Spielerin Birgit Thumm (28) verpflichtet.

Die gelernte Schornsteinfegerin war mit Allianz Volley Stuttgart aufgestiegen. Die 156-fache Nationalspielerin unterzog sich wegen eines Knorpelschadens im Knie ab Juli einer langen Therapie. Noch ist sie nicht voll bei Kräften und rechnet eher mit „Feuerwehr-Einsätzen“ in den ersten Wochen.

Dresden und ein paar andere

Axel Büring sieht den Dresdner SC seines Kumpels Arnd Ludwig als großen Titelfavoriten, Suhl und dem amtierenden Meister Rote Raben Vilsbiburg nahe dran, Hamburg und Schwerin ein bisschen weiter weg. Meisterrunde und Play-Off sind abgeschafft. Den Titel holte der Klub, der nach Hin- und Rückrunde oben ist. Ein Team steigt ab, die besten Juniorinnen Deutschlands spielen als VCO Berlin außer Konkurrenz mit und können nicht absteigen.

(Quelle: Echo-Münster)

Lisa Thomsen ist USC-Spielführerin

08. Oktober 2008

Sie ist erst seit zwei Jahren an Bord des USC-Schiffes, schlüpft nun aber schon in die Rolle des Kapitäns: Lisa Thomsen übernimmt nach der Verletzung von Andrea Berg (endgültige Diagnose noch immer offen) das Amt der Spielführerin beim Volleyball-Bundesligisten.

Festgelegt hat sich USC-Coach Axel Büring in der vergangenen Woche vor den Trainingsspielen gegen Lichtenvoorde und Hamburg. Und mit seiner Entscheidung setzt er sich über die Statuten des Verbands hinweg. Die verbieten es nämlich, den Libero zum Kapitän zu machen. “Kein Problem”, meint Büring und will künftig vor jedem Spiel einen “Pro-Forma”-Kapitän für die Seitenwahl und die Unterschrift auf dem Spielberichtsbogen benennen. Denn: “Lisa ist für die eigentlichen Aufgaben innerhalb der Mannschaft einfach am besten geeignet”, sagt der Trainer. “Sie bringt immer ihre Leistung und verfügt über eine große Portion Kampfgeist”, zählt er die Stärken der 23-Jährigen auf. Und: “Sie hat auch in der Vergangenheit schon eine Führungsrolle im Team gehabt.”

Diesen Führungsanspruch untermauert die Medizinstudentin im Spiel regelmäßig mit lautstarken Anfeuerungen und Anweisungen für ihre Teamkolleginnen. “Ich war immer schon eine, die auch auf dem Feld den Mund aufgemacht hat”, sagt Thomsen. Über ihre Beförderung zum Kapitän habe sie sich “sehr gefreut. Ich werde versuchen, für alle ansprechbar zu sein”, kündigt die Berg-Nachfolgerin an.

Lob von der Vorgängerin

Für die verletzte Andrea Berg ist Bürings Entscheidung keine echte Überraschung: “Lisa ist für mich die logische erste Wahl für das Amt des Kapitäns”, sagt die 27-Jährige. “Sie ist präsent, übernimmt Verantwortung und traut sich, den Mund aufzumachen”, sagt die etatmäßige Spielführerin über ihre Vertretung. Zur Rolle des Kapitäns gehöre es, auch mal unerfreuliche Dinge auszusprechen, sagt Berg.

Bei aller Begeisterung für die neuen Aufgaben auch abseits des Volleyballfeldes - wie Organisatorisches oder verstärkt Öffentlichkeits- und PR-Termine - sieht sich Lisa Thomsen allerdings als “Spielführerin auf Zeit”. Denn: “Für mich ist und bleibt Andrea Berg unser Kapitän”, erklärt die gebürtige Aachenerin. “Wenn sie ihre Verletzung auskuriert hat, freue ich mich, dass der Kapitän wieder an Bord ist.”

(Quelle: Münstersche Zeitung)

Teambildung ist angesagt

07. Oktober 2008

Die neue Volleyball-Saison wirft ihre Schatten voraus. Auch beim USC fiebern Fans und Verantwortliche der Premiere entgegen. Zum Auftakt gastiert das Team von Trainer Axel Büring am kommenden Samstag beim amtierenden Pokalsieger VfB 91 Suhl (19.30 Uhr), ehe es am Montag, 20. Oktober (20.15 Uhr), anlässlich der Heimpremiere zur Neuauflage des Westderbys gegen Bayer Leverkusen kommt. „Das Team muss sich finden, muss zusammenwachsen. In diesem Prozess wird es immer mal wieder auf- und abwärts gehen. Doch man merkt während des Trainings, dass sich die Spielerinnen auf den Start freuen“, machte Coach Axel Büring eine positive Stimmung vor dem ersten Aufschlag aus.

Beim USC ist in diesen Tagen Teambildung angesagt. Und die Maßnahmen, die das Zusammenwachsen fördern sollen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, beschränken sich nicht nur auf die täglichen Übungseinheiten in der Halle. So führte das Team gestern nach zweieinhalbstündigem Training einen „Workshop“ durch, in dem es darum ging, von innen heraus Stärke zu entwickeln, die Harmonie auch außerhalb des Spielfeldes zu steigern. Büring wollte sich allerdings nicht dazu äußern, was genau veranstaltet wurde. „Fußballer rufen ja rasch die Medien, wenn sie mal gemeinsam Kanu fahren. Mir ist es lieber, dass diese Dinge im Mannschaftskreis bleiben“, so der Coach.

In den jüngsten Trainingseinheiten wurde an der Abstimmung gefeilt. Dabei wäre es zu kurzsichtig, das Augenmerk einzig auf die Integration von Barbara Degi und Anna Maycock zu legen. Es entspricht vielmehr Bürings Philosophie, die Neulinge als Teil des großen Ganzen zu sehen. Büring: „Es geht darum, dass sich unsere junge Mannschaft weiterentwickelt.“

Eine, die dem USC in dieser Hinsicht auf unabsehbare Zeit nicht helfen kann, ist Andrea Berg. Sie wird wegen des Ende September erlittenen Innenbandrisses am Freitag operiert. Der Eingriff wird zudem Erkenntnisse liefern, ob Berg weitere Verletzungen im linken Kniegelenk davongetragen hat. Übrigens nehmen viele Fans Anteil am Schicksal der gebürtigen Nordhornerin. „Kopf hoch“, „beste Genesung“ oder „Daumen drücken“ – solche und ähnliche Wünsche übermitteln Anhänger der 27-Jährigen im Internetforum. Die Frage, wie lange sie pausieren muss, wird dort allerdings auch nicht beantwortet. Dies lässt sich erst nach erfolgter OP abschätzen.

Klarheit herrscht indes, wer die Binde der Spielführerin künftig tragen wird. Es ist Libera Lisa Thomsen. Erste Optionen im Mittelblock sind nach Bergs Verletzung Gwendoline Horemans und Lea Hildebrandt. Derweil hat sich eine andere Personalie im Sinne aller Beteiligten geklärt. Außenangreiferin Anika Brinkmann hat ihre Schulterverletzung inzwischen auskuriert, „so dass wir mit neun Spielerinnen nach Suhl fahren werden“, macht Büring deutlich, dass bis auf Berg alle Spielerinnen fit sind.

Am vergangenen Donnerstag und Freitag bestritt der USC unter Ausschluss der Öffentlichkeit Testspiele gegen den niederländischen Vertreter Longa Lichtenvoorde (2:2) sowie gegen Liga-Konkurrent NA Hamburg (1:4). Die Ergebnisse waren allerdings zweitrangig.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

Erster Befund: Innenbandriss

26. September 2008

Der USC sorgt sich um seine Spielführerin Andrea Berg. Die Volleyballerin zog sich am Dienstagabend bei einem Testspiel in den Niederlanden einen Riss des Innenbandes im linken Knie zu. So viel zumindest ist seit gestern bekannt. Ob noch andere Bereiche des komplizierten Knieapparates beschädigt sind, wird sich erst nach einer weiteren Untersuchung morgen zeigen. „Der Riss ist schon schlimm genug. Wir haben Hoffnung, dass es nicht noch heftiger kommt. Aber es ist nicht die Zeit für Spekulationen“, teilte Geschäftsstellenleiter Dieter Theis mit.

Andrea Berg wird eine längere Zwangspause einlegen müssen. So wie der Dortmunder Fußball-Profi Alexander Frei, den im Eröffnungsspiel der Europameisterschaft im Juni die gleiche Verletzung jäh stoppte. Der Schweizer fiel drei Monate aus. Innenbandrisse gelten als sehr problematische Blessuren. Im Falle einer ähnlich langen Rekonvaleszenz würde die 27-Jährige erst Ende des Jahres wieder ins Bundesliga-Team zurückkehren. Den größten Teil der Hinrunde müssten die Unabhängigen somit ohne ihre blonde Kapitänin bestreiten.

Nach einem kurzen Abstecher in die Heimat am Mittwoch zur Mitgliederversammlung halten sich Trainer Axel Büring und seine Schützlinge seit gestern Nachmittag wieder in den Niederlanden auf. Beim Turnier in Weert kam es am späten Abend zu einem freundschaftlichen Kräftemessen mit AS PTT Mulhouse. Heute steht an gleicher Stätte ein zweiter Vergleich mit dem französischen Erstligisten an.

Im ersten Turnierspiel am Dienstag gegen Zeiler Köniz (Schweiz) zeigte der USC eine gute Leistung. „Im vergangenen Jahr haben wir zu selten als Mannschaft funktioniert. Zurzeit aber sehe ich einen positiven Trend“, sagte Coach Büring. Auch Vizepräsident Jürgen Schulz hat Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Jede unserer Spielerinnen kann mehr, als sie in der letzten Saison gezeigt hat. Das werden sie in der neuen Spielzeit auch beweisen“, erklärte er.

Bei aller Zuversicht: die Personaldecke der Unabhängigen ist ausgesprochen dünn. Nur zwei Zugängen (Barbara Degi und Anna Maycock) stehen vier Abgänge (Tasia Ryschkowa, Katie Leck, Tatjana Zautys, Jil Döhnert) gegenüber. Und nun auch noch die schwere Verletzung von Andrea Berg. Durch ihren Ausfall reduziert sich die Zahl der Mittelblockerinnen im Kader zumindest vorübergehend auf exakt zwei: Gwendoline Horemans und Lea Hildebrandt.

Axel Büring und seine Mannschaft stehen vor einer schwierigen Mission. Mit dem Auswärtsspiel im thüringischen Suhl startet der USC am 11. Oktober in die Saison. Natürlich wünscht sich der Trainer eine Aufstockung seines Kaders. Doch angesichts der prekären finanziellen Situation sind dem Club wohl die Hände gebunden.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)