USC glaubt an die eigene Stärke

18. Oktober 2008

Axel Büring lässt sich alle Wege offen. Auf die Frage, was ihn denn optimistisch im Hinblick auf die Saison-Heimpremiere am Montag (20.15 Uhr) stimme, kommt der Trainer des USC leicht ins Grübeln. Denn es war nicht viel, was seine Mannschaft zuletzt beim 0:3 aus Suhl mitnehmen konnte. Umso mehr konzentriert sich das Team jetzt auf das erste Heimspiel. Gegner in der Sporthalle Berg Fidel ist Bayer Leverkusen. Ein Sieg wäre nicht nur für das Punktekonto, sondern auch für die Moral wichtig.

Am vergangenen Samstag nahmen rund 50 Fans knapp 900 Kilometer Fahrt auf sich, um den USC bei der Saisonpremiere beim thüringischen Vertreter VfB Suhl die Daumen zu drücken. Doch spätestens nach dem zweiten Satz war die Aussicht auf ein spannendes Spiel schon getrübt. Dem USC gelang es nicht, dem Gegner Paroli zu bieten, so dass sich die Niederlage förmlich abzeichnete. Am Montag hat die junge Mannschaft nun die Möglichkeit zu zeigen, dass sie es besser kann.

Vor der Saison-Heimpremiere hat sich nach der Verletzung von Andrea Berg die personelle Ausgangslage nochmals verschlechtert. So hatte sich Neuzugang Barbara Degi beim 0:3 in Suhl eine Verletzung in den Bändern des Fußgelenks zugezogen. Zu den Aussichten ihres Mitwirkens gegen Bayer Leverkusen sagte Axel Büring: „Es sieht nicht so gut aus. Barbara kann nicht springen. Ihr Einsatz ist fraglich.“ Nicht lange nachzudenken braucht der USC-Trainer, um die Stärken des Gegners auszumachen. „Leverkusen hat mit Maren Brinker und Nadja Schaus zwei gute Außenangreiferinnen in ihren Reihen. Eine dritte ist die erst 16-jährige Ann-Christin Quade“, weiß Büring um die Qualitäten des Gegners.

Nun bleibt abzuwarten, welch eine Marschrichtung er seiner Mannschaft auf den Weg gibt. Man darf gespannt sein auf das Resultat. Büring jedenfalls vermeidet es, sein Team unter Druck zu setzen: „Mich interessiert nicht das Ergebnis. Ich will, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt.“ Wobei das Vertrauen in die eigene Stärke ungebrochen ist. In Suhl, so der Trainer, habe die Mannschaft ihr wahres Gesicht nicht gezeigt. Denn die gezeigten Leistungen standen in krassem Gegensatz zu den Ansprüchen. Umso mehr kommt es deshalb am Montag darauf an, diesen Widerspruch aufzulösen. Und so lässt Büring denn auch keinerlei Zweifel daran aufkommen, dies zu bewerkstelligen. Dabei hofft der Coach, von dem Anschauungsunterricht profitieren zu können: Unter der Woche nahm sich der 41-Jährige Zeit, das Videoband von der Leverkusener 2:3-Niederlage gegen Köpenick auszuwerten.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

USC sind die Hände gebunden

14. Oktober 2008

Ein Unglück kommt selten allein. Nach der 0:3-Auftaktniederlage beim VfB Suhl ereilte den USC Münster gleich die nächste Hiobsbotschaft. Die zentrale Frage, die sich stellt, lautet: Wie reagiert der heimische Volleyball-Bundesligist nach dem Kreuzbandriss von Kapitän Andrea Berg? Bislang gibt es nur vorläufige Antworten. Stand der Dinge: Das USC-Präsidium erteilt der Neuverpflichtung einer Spielerin grundsätzlich zwar keine Absage. Doch angesichts wirtschaftlicher Zwänge erscheint es zum gegenwärtigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass sich der Verein auf dem Transfermarkt nochmals bedient. Dem Verein sind die Hände gebunden.

„Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, dass sich die Verletzung als nicht so gravierend herausstellt. Jetzt ist die Sachlage eine andere. Unsere medizinische Abteilung wird Andrea begleiten, und wir hoffen auf einen guten Heilungsprozess.“ Wie lange der dauern wird, ist allerdings nicht absehbar. Doch ist zu befürchten, dass die Spielführerin die komplette Saison ausfallen wird. Berg hatte sich im September während des Trainingslagers in den Niederlanden verletzt. Die am Freitag durchgeführte Athroskopie brachte die Gewissheit, dass es sich nicht um einen vergleichsweise weniger schwerwiegenden Innenband-, sondern um einen Kreuzbandriss handelt.

Axel Büring wusste am Samstagabend noch nichts über das Ergebnis des operativen Eingriffs. „Wir haben uns auf unser erstes Meisterschaftsspiel vorbereitet. Von daher war ich nicht informiert“, sagte der Trainer unmittelbar nach dem 0:3. Seine zuvor schon gehegten Befürchtungen bestätigten sich schließlich auf der Heimfahrt von Suhl nach Münster, als er in Kenntnis gesetzt wurde. Außer Frage steht, dass der Ausfall der Spielführerin eine kaum zu schließende Lücke in das Mannschaftsgefüge reißt. „Andrea ist nicht nur sportlich, sondern auch als Persönlichkeit unverzichtbar. Sie bringt sehr viel Erfahrung ein. Ihr Ausfall wiegt schwer.“

Ob der USC angesichts dieser Umstände seinen Kader erweitern wird, bleibt abzuwarten. „Es nutzt nichts, jetzt in Hektik zu verfallen“, sagte Präsident Matthias Fell gestern gegenüber unserer Zeitung. Die Frage, ob der Verein noch einen Transfer tätigen wird, dürfte auch Thema einer Präsidiumssitzung am kommenden Sonntag sein. Dabei geht es um die Situation des Gesamtvereins, um strukturelle Veränderungen der Arbeitsabläufe. In einer Hinsicht legt sich der neue USC-Chef jedoch schon fest: „Wir können keine weiteren Schulden machen“, erteilt er angesichts der ohnehin angespannten Situation finanziellen Drahtseilakten kategorisch eine Absage. Noch bis Ende des Jahres hätte der USC die Möglichkeit, seinen Kader zu erweitern. Sollte sich der Verein überhaupt mit diesem Gedanken beschäftigen, wäre das Anforderungsprofil der Neuen klar vorgegeben: Sie dürfte nicht viel kosten und müsste den Unabhängigen sportlich auf Anhieb weiterhelfen.

Büring selbst fügt sich als Angestellter des Vereins der wirtschaftlichen Not gehorchend den Rahmenbedingungen: „Ich habe mich schon vor Andreas Verletzung für eine weitere Verpflichtung ausgesprochen. Aber wenn das finanziell nicht möglich ist, dann müssen wir uns eben damit abfinden.“

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

Andrea Berg nach Kreuzband-OP außen vor

14. Oktober 2008

Die schlimmsten Befürchtungen des Volleyball-Bundesligisten USC Münster haben sich bestätigt. Leistungsträgerin Andrea Berg musste nun doch wegen eines gerissenen vorderen Kreuzbandes operiert werden. Diese Diagnose und den folgenden notwendigen Eingriff hat Teamarzt Dr. Stephan Maurer vorgenommen, wie der Verein am Montag mitteilte.

Die Operation sei gut verlaufen. Wie berichtet hatte sich die Kapitänin des USC am 23. August im Trainingslager in den Niederlanden das Knie lädiert. Zunächst war ein Innenbandriss erkannt worden – erst als die Schwellung des Gelenks abgeklungen war, wurde die endgültige Diagnose erstellt.

Fell macht die Lage zum Thema

Aller Voraussicht nach, glaubt der USC, fällt die Mittelblockerin für den Rest der Saison aus In dieser Woche berät der neue Vorstand unter Matthias Fell über die weitere Vorgehensweise nach dieser Hiobsbotschaft für Trainer Axel Büring. Es ist anzunehmen, dass dieser auf eine weitere Neuverpflichtung wert legt. Gleichwohl weiß er, wie es um die Haushaltslage des Klubs bestellt ist und lamentiert nicht öffentlich.

Beim Liga-Auftakt in Suhl hatte Büring neun Spielerinnen im Kader stehen. Auch am Montag (20. Oktober, 20.15 Uhr) im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen werden es, Stand jetzt, nicht mehr werden. Die Regularien verbieten zudem, an den ersten beiden Spieltagen eine Akteurin aus der Zweitliga-Zweiten einzusetzen.

(Quelle: Echo-Münster)

Stachel der Enttäuschung sitzt tief

13. Oktober 2008

Die Dinge entwickelten sich nicht in die gewünschte Richtung. Nach der 0:3 (18:25, 13:25, 12:25)-Niederlage, die der USC im Saison-Eröffnungsspiel der Volleyball-Bundesliga beim VfB Suhl am Samstagabend hatte hinnehmen müssen, saß der Stachel der Enttäuschung tief. Das lag weniger daran, dass den Unabhängigen von einem übermächtigen Gegner – fast schon erwartungsgemäß – die Grenzen aufgezeigt wurden. Der Grund für die Niedergeschlagenheit war vielmehr der, dass der USC in der Suhler Sporthalle „Zur Wolfsgrube“ eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde. Das kam auch in den Worten von USC-Trainer Axel Büring zum Ausdruck, der hinterher desillusioniert feststellte: „Wir haben heute Vormittag gut trainiert, sind dann aber aus der Halle geschossen worden.“ Nicht nur Büring hatte sich den Abend anders vorgestellt.

Die Geschichte des einseitigen Spielverlaufes ist rasch erzählt. Der USC vermochte dem VfB Suhl nur im ersten Satz Paroli zu bieten. Als danach die Vorteile der in allen Spielelementen deutlich überlegenen Gastgeberinnen zum Tragen kamen, schwanden beim USC zunächst die Moral und dann auch die Kräfte. Der Wille war den Unabhängigen zwar nicht abzusprechen. Doch diese einmal mehr lobenswerte Tugend reichte nicht, um dem Team von Suhls Trainer Michael Schöps Paroli zu bieten. Der VfB war einfach eine Nummer zu groß. „Wenn man von einem Satzgewinn so weit entfernt ist wie wir es waren, dann ist es leicht zu sagen: Wir haben nicht gewollt. Diesen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft aber nicht machen“, betonte Büring, der davon sprach, ein Spiel „auf zwei unterschiedlichen Levels“ erlebt zu haben

Im ersten Satz waren die Leistungsdiskrepanzen allerdings noch nicht augenscheinlich. Zwar geriet der USC rasch in Rückstand. Doch beim Stand von 6:8, 15:19 und 17:21 hatte er sich herangekämpft. Phasenweise gelang es, mitzuhalten und – nach Aufschlägen von Anika Brinkmann – den Gegner zu beschäftigen. Dabei vermochte sich Barbara Degi einige Male in Szene zu setzen, die mit Schmetterschlägen von der Außenposition erfolgreich war. Doch schon im zweiten Satz zeigte sich, dass der USC nicht in der Lage war, das Niveau zu halten. Der VfB Suhl machte nun mächtig Dampf, so dass das Team von Axel Büring die Orientierung verlor. Als im dritten Satz Degi aufgrund einer Bänderdehnung nicht mehr eingesetzt werden konnte, schwanden die Chancen zusehends.

Suhl war nun in jeder Hinsicht die bessere Mannschaft – spielerisch, taktisch und auch physisch. Diese Vorteile machten sich vor allem am Netz bemerkbar. Dort setzten die Gastgeberinnen dem USC nicht nur körperliche Größe, sondern auch Masse entgegen. Auf der anderen Seite düpierte Ex-Nationalspielerin Anja Krause den wenig sattelfesten USC-Block ein ums andere Mal. Nach insgesamt 62 Minuten hatte der Spuk dann endlich ein Ende.

Den Unabhängigen blieb die Erkenntnis, ein gutes Stück unter ihren Möglichkeiten geblieben zu sein. „Für Suhl war es letztlich ein Trainingsspiel“, resümierte Büring. Ähnliches dachte wohl auch sein Pendant Schöps angesichts der Tatsache, dass sein Team allenfalls ansatzweise gefordert wurde: „Dieser Sieg ist kaum einzuordnen.“

(Quelle. Westfälische Nachrichten)

USC in der “Wolfsgrube” ohne Mittel beim 0:3

12. Oktober 2008

Das war Axel Büring zu deutlich: „Wir haben das Niveau, das wir im Training gezeigt haben, nicht mit in den Wettkampf genommen.“ Beim VfB Suhl gab es ein 0:3 (18:25, 13:24, 12:25) des USC Münster zum Bundesliga-Auftakt.

In der „Wolfsgrube“ der Thüringerinnen war die Atmosphäre klasse – weil die heimischen Volleyballerinnen durchweg überzeugten. Suhl ist angetreten, um den Titel mitzuspielen.

Degi verletzt sich

Der kleine Kader des USC war am Ende auch noch dezimiert. Denn die Ungarin Barbara Degi knickte im dritten Satz um und konnte nicht mehr weiterspielen. Deutlich mehr Alternativen hatte VfB-Trainer Michael Schöps, der die noch nicht voll belastbare Birgit Thumm zwar nur dann und wann brachte, die 20-jährige Dominice Steffen aber durchspielen ließ. 62 Minuten dauerte das Match – direkt danach trat der USC die Heimreise an.

Suhl entfacht Druck

Suhl setzte den USC gleich „mit sehr guten Aufschlägen“ (Büring) unter Druck. 6:3, 11:6 und dann 19:13 stand es. „Unsere Annahme kam nicht“, konstatierte Büring, der bei der Liga-Premiere hauptsächlich auf die Australierin Anna Maycock im Zuspiel setzte. Die Neue konnte ihr Können kaum entfalten. „Suhl hat kombiniert – manchmal nach Belieben“, sah Büring den VfB phasenweise „eine ganze Klasse besser.“

Auf 16:20 kam Münster noch einmal heran, aber das Strohfeuer konterten die Gastgeberinnen, die nach 22 Minuten zu 18 gewonnen hatten. Nur 20 Minuten währte Set Nummer zwei, den Suhl über 6:1, 9:2, 16:7 und 18:10 mit 25:13 holte. War Münster anfangs „zu aufgeregt und auch beeindruckt von der Kulisse“ (Büring), so sah der Coach seine Auswahl dann sogar als „konsterniert“ an.

Nach 4:2 zum 5:13

Suhl lag im dritten Satz 2:4 hinten und schlug postwendend zurück. Über 7:5 und 13:5 wurde es deutlich, über 20:10 ging der letzte Satz binnen 20 Minuten mit 25:12 an den Tagesfavoriten. An dem Abend hatte der USC keine Möglichkeiten, dem Tempo und den Attacken des VfB eigene Mittel entgegen zu stellen.

Bayer Leverkusen, am Samstag daheim 2:3-Verlierer gegen die Köpenickerinnen, ist am 20. Oktober der erste Gegner, den der USC am Berg Fidel empfängt.

(Quelle: Echo-Münster)

Niederlage zum Saisonauftakt

11. Oktober 2008

Mit einer klaren 0:3 Niederlage ist der USC Münster in die neue Bundesligasaison gestartet. Das Auftaktspiel in Thüringen gegen den VfB Suhl verloren die Damen aus Münster mit 18-25, 13-25 und 12-25 deutlich in nur 62 Minuten.

Kapitän im Krankenstand

11. Oktober 2008

Als sich die Mannschaft des USC Münster gestern Mittag im Bus auf den Weg nach Suhl machte, war Spielführerin Andrea Berg frisch operiert. Die Spielführerin, die sich vor gut zwei Wochen bei einem Freundschaftsspiel in den Niederlanden verletzt hatte, unterzog sich am Morgen einer Kniespiegelung. Über das Ergebnis mochte der Bundesligist gestern keine Auskunft geben.

Fakt ist, dass sich Berg bei dem Vorfall in der Testpartie gegen den Schweizer Erstligisten Volero Zürich einen Innenbandriss im linken Knie zuzog. Ob weitere Teile des komplizierten Knieapparates beschädigt sind, ist noch nicht bekannt. Vor dem Eingriff gestern hatte die Spielerin gesagt: „Es besteht die Gefahr, dass auch das Kreuzband in Mitleidenschaft gezogen ist. Ich hoffe, ich habe Glück.“

Durch die Verletzung Bergs, die frühestens zur Jahreswende ins Team des Erstligisten zurückkehrt, hat sich die Zahl der Mittelblockerinnen im Erstliga-Kader des USC auf zwei reduziert. Lea Hildebrandt (20) und Gwendoline Horemans (21) müssen nun am Netz die Kastanien aus dem Feuer holen. „Beide sind noch sehr jung. Es ist schon eine schwierige Situation“, weiß Berg. Unterstützung aus dem Zweitliga-Team lässt die Spielordnung nicht zu. Frühestens am dritten Spieltag besteht die Möglichkeit der Aufstockung aus eigenen Reihen. Trainer Axel Büring wird sich darüber gewiss schon Gedanken gemacht haben. Sozusagen als Helferin in der Not könnte Claudia Bimberg einspringen. Die 22-Jährige stand bereits in den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 im Erstliga-Team der Unabhängigen.

Für Andrea Berg ist die Situation „sehr gewöhnungsbedürftig. Ich war ja noch nie über einen längeren Zeitraum verletzt. Jetzt nicht eingreifen zu können, ist ein komisches Gefühl. Zurzeit ist für mich alles noch ein bisschen unwirklich.“

Auch im Krankenstand sucht die Blondine die Nähe zur Mannschaft. Beinahe täglich schaut sie beim Training vorbei, feuert ihre Mitspielerinnen an, lobt und gibt Ratschläge. „Es ist mir ein Bedürfnis, nahe bei den anderen zu sein und ab und zu etwas zu sagen“, erklärt sie.

Beim Saisonauftakt heute in Suhl ist die Versicherungskauffrau nicht dabei. Im Krankenbett wird sie der Mannschaft die Daumen drücken. Beim ersten Heimspiel am Montag in einer Woche gegen Leverkusen ist Berg selbstverständlich vor Ort. „Ob ich dann auf der Bank oder am Spielfeldrand sitze, weiß ich noch nicht. In jedem Fall werde ich nahe genug dran sein, um der Mannschaft helfen zu können, wenn sie Unterstützung braucht.“

Das Spiel in Suhl beginnt heute um 19.30 Uhr. 40 Fans aus Münster werden die Mannschaft in der Wolfsgrube unterstützen.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

Büring hat keine Wahl

10. Oktober 2008

Aufbruchstimmung beim USC Münster: Zum Bundesliga-Start in Suhl (morgen, 19.30 Uhr) zeigt auch der Vorstand Flagge. Gemeinsam mit den „Critters“ machen sich die Vizepräsidenten Jürgen Schulz und Hans Siebels morgen im Fanbus auf den Weg nach Thüringen. Klubchef Matthias Fell schaut sich derweil die Begegnung des Zweitligateams am Sonntag in Berlin an.

Mannschaft und Trainer des deutschen Rekordmeisters reisen bereits heute Mittag nach Suhl. Ungewöhnlich früh müssen sie am Spieltag aus den Federn. Für das Abschlusstraining wurde ihnen die Stunde von neun bis zehn Uhr zugeteilt. Coach Axel Büring hätte angesichts des Spieltermins erst am Abend eine spätere Zeit favorisiert. „Aber diese Spielchen in Suhl kennen wir ja schon. Ich habe das fünf Jahre lang geschluckt, diesmal nicht. Wir werden darauf reagieren.“ Der VfB darf sich beim Rückspiel auf eine Retourkutsche vorbereiten.

Gestern sagte Büring, dass sich die Mannschaft sehr auf die Saison freue. „Wir haben gut trainiert und sind gut vorbereitet. Suhl ist natürlich klarer Favorit. Doch wenn der VfB es zulässt, werden wir zupacken. Ob das dann für einen Satz reicht oder zwei oder noch mehr, werden wir sehen. Auch im Volleyball kann man nichts ausschließen“, erklärt der 41-Jährige.

Zuversicht schöpft Büring aus der guten Stimmung im Team. Sogar die schwere Verletzung von Spielführerin Andrea Berg, die vermutlich bis zum Jahreswechsel ausfällt, habe der Mannschaft keinen Knacks gegeben.

Aber natürlich fehlt die Kapitänin an vielen Ecken und Enden. Als „Häuptling“ auf dem Feld und als stabile Größe im Mittelblock. Dort müssen nun die 20-jährige Lea Hildebrandt und die nur ein Jahr ältere Belgierin Gwendoline Horemans die Dinge richten. Alternativen zu diesem Paar gibt es nicht. „Die Wettkampfordnung verbietet es uns, an den ersten beiden Spieltagen Spielerinnen aus dem Zweitligateam hinzuholen. Folglich sind uns die Hände gebunden, wir fahren zu neunt nach Suhl“, verdeutlicht Büring.

Über seine Startformation mochte der Trainer gestern nichts verraten. Die Mannschaft wird er wie gewohnt, 45 Minuten vor dem Anpfiff in Kenntnis setzen. Große Wahl hat er in Suhl nicht. Im Angriff gibt es genau vier Bewerber (Johanna Barg, Anika Brinkmann, Ines Bathen und Barbara Degi) für drei Positionen, im Zuspiel muss er sich der Coach zwischen Doreen Engel und Anna Maycock entscheiden. Büring bescheinigt beiden Stellerinnen „eine gute Entwicklung.“ Sehr erfreut ist er über die rasche Integration des Neuzugangs aus Australien. „Anna ist eine echte Bereicherung für unser Team. Sie brennt immer und lebt für ihren Sport.“ Dies lasse, so der Trainer, allerdings keine Rückschlüsse auf die Anteile im Wettkampf zu. „Meine Spielerinnen wissen, dass ich gern wechsele. Ich muss auch im Zuspiel keine Nummer eins haben.“

Auf ein konkretes Saisonziel hat sich Büring nur ungern festlegen lassen. Nun ist es raus, und es heißt: „Einstelliger Tabellenplatz.“ Büring findet, dass dies „doch ziemlich gut klingt.“ Und darüber hinaus Luft nach oben lasse. „Im vergangenen Jahr haben wir eine ziemlich miese Serie gehabt. Vielleicht“, so sinniert er, „bekommen wir ja auch mal einen Lauf in die andere Richtung.“

(Quelle:Westfälische Nachrichten)

USC startet in die Saison: Kleiner Kader, neue Kräfte

09. Oktober 2008

Mikasa MVA 200 heißt der Volleyball, der bei Olympia in Peking übers Netz flog. Und ab dem Wochenende offizieller Spielball in der Bundesliga ist. Ob diese Neuerung – der Ball soll flattern und schwer anzunehmen sein – maßgeblich ist, wird sich weisen.

Maßgeblich ist der neue Spielmodus der auf 14 Teams vergrößerten 1. Liga und maßgeblich für die Spielerinnen des USC Münster ist, dass sie in ihrem kleinen Kreis Schulter an Schulter arbeiten werden.

Neunköpfig zuerst in Suhl gefordert

Der finanziell schwer gebeutelte Rekordmeister wird am Samstag in der „Wolfsgrube“ des VfB Suhl mit einem neunköpfigen Kader antreten. Tags zuvor wird Dr. Stephan Maurer die außer Gefecht gesetzte USC-Kapitänin Andrea Berg operieren und erst beim Blick ins Knie feststellen können, was genau in dem Gelenk nicht stimmt. Libera Lisa Thomsen ist jetzt Kapitänin und „hat sich sehr gefreut über die Auszeichnung.“ Trainer Axel Büring weiß: Die selbstbewusste 23-Jährige übernimmt gerne Verantwortung.

„Eins zu eins ist Andrea nicht zu ersetzen“, kennt Axel Büring die Schwächung seines Teams. „Diese Erfahrung und diese Qualität im Spiel hat niemand sonst.“ Der USC, der wie berichtet den neuen Etat schon mit einer Unterdeckung planen muss, wird die Mittelblockerin gar nicht ersetzen können. Transfers sind nicht drin, Schluss aus. Büring muss damit leben, dass der Anzug auf Kante genäht ist.

Fehler-Wiederholung vorbeugen

Trotzdem will er, trotzig-willig und spürbar motiviert, die letzte Spielzeit vergessen machen. „Wir haben uns damals zu viel mit Dingen im Umfeld beschäftigt, uns ablenken lassen, uns Druck aufgebaut“, sagte Büring im Gespräch mit echo-muenster. Und mit der Betrachtung schließt er die Rückschau ab. Intern habe man klare Strategien entwickelt und Verabredungen getroffen, die eine Wiederholung der Fehler vermeiden sollen. Das passt haargenau in die Neuaufstellung des gesamten Vereins, dessen neues Präsidium unter Matthias Fell „insgesamt positive Akzente setzen soll.“

“Das ist mein Verein”

Büring kann sich damit voll identifizieren. Könnte er das nicht, hätte er mit der Annahme eines lukrativen Angebots eines anderen Vereins geliebäugelt. Zumal er bis Mitte 2012 an den USC gebunden ist, verbot sich das Kokettieren aber. „Das ist mein Verein. Ich bin keiner, der wegläuft nach so einem Jahr.“ Er selbst wolle „wachsen an einer solchen Situation.“

Ein Freund soll Klartext sprechen

Tom kleine Holthaus, ein Freund seit Jahren, wird ihm dabei zur Seite stehen. Der neuerdings als Trainer für Spezialaufgaben (Technik, Analyse) eingebundene Mann ist stark als Berater Bürings gefragt und bei Bedarf auch gefordert, wenn der Blick von außen gewünscht wird. „Ich erwarte, dass er Klartext spricht“, so Büring. Ihm war es wichtig, „einen an der Seite zu haben, der bedingungslos zu mir steht“ und gerade deshalb ehrlich ist. Mit Til Kittel, Jahrgang ´78, ist ein neuer Co-Trainer im Amt. „Innovativ und mit tollen Ideen“ sieht Büring den Neuen.

Neues Tempo gefordert

War Doreen Engel in der letzten Serie im Zuspiel quasi alleine gefordert, so wird sie künftig vom Jobsharing mit der Australierin Anna Maycock profitieren. Die Nationalspielerin bietet eine größere Erfahrung an und soll das neue USC-Tempo prägen. Darauf hat Büring Wert gelegt: „Es mangelt uns ja an Handlungshöhe, also müssen wir andere Wege suchen, um punkten zu können.“

Nämlich durch deutlich schneller Angriffe, gewitzte Spielzüge überraschende Passagen. „Die Zeit muss kurz sein zwischen Zuspiel und Angriffsschlag.“ Anna Maycock komme es entgegen, wenn Geschwindigkeit gefordert ist. Und Doreen Engel „kann neue Ressourcen entdecken“ und mental an Stärke gewinnen, wenn sie nicht mehr alleine in der Verantwortung steht.

Auf „einem einstelligen Tabellenplatz“ will Büring den USC landen sehen und die Weiterentwicklung dokumentiert haben. „Erfolgreich zu sein auf Dauer, das muss unser Ziel sein. Um einen Titel holen zu können, muss man vielleicht sogar jahrelang arbeiten.“

Vier Neue in Suhl - plus Trainer

Die Thüringer aus Suhl haben einen geholt, den Pokalsieg nämlich zuletzt. Als Trainer kam Michael Schöps (51) für Han Abbing ins Amt. Der Niederländer ging nach vier Jahren weg zum DVV und wurde Nachwuchs-Bundestrainer. Suhl will um den DM-Titel mitspielen und hat Alesha Deesing, US-amerikanische Nationalspielerin, DVV-Nationalspielerin Dominice Steffen von NA Hamburg, die Polin Paulina Gomulka und nicht zuletzt die Ex-USC-Spielerin Birgit Thumm (28) verpflichtet.

Die gelernte Schornsteinfegerin war mit Allianz Volley Stuttgart aufgestiegen. Die 156-fache Nationalspielerin unterzog sich wegen eines Knorpelschadens im Knie ab Juli einer langen Therapie. Noch ist sie nicht voll bei Kräften und rechnet eher mit „Feuerwehr-Einsätzen“ in den ersten Wochen.

Dresden und ein paar andere

Axel Büring sieht den Dresdner SC seines Kumpels Arnd Ludwig als großen Titelfavoriten, Suhl und dem amtierenden Meister Rote Raben Vilsbiburg nahe dran, Hamburg und Schwerin ein bisschen weiter weg. Meisterrunde und Play-Off sind abgeschafft. Den Titel holte der Klub, der nach Hin- und Rückrunde oben ist. Ein Team steigt ab, die besten Juniorinnen Deutschlands spielen als VCO Berlin außer Konkurrenz mit und können nicht absteigen.

(Quelle: Echo-Münster)

Lisa Thomsen ist USC-Spielführerin

08. Oktober 2008

Sie ist erst seit zwei Jahren an Bord des USC-Schiffes, schlüpft nun aber schon in die Rolle des Kapitäns: Lisa Thomsen übernimmt nach der Verletzung von Andrea Berg (endgültige Diagnose noch immer offen) das Amt der Spielführerin beim Volleyball-Bundesligisten.

Festgelegt hat sich USC-Coach Axel Büring in der vergangenen Woche vor den Trainingsspielen gegen Lichtenvoorde und Hamburg. Und mit seiner Entscheidung setzt er sich über die Statuten des Verbands hinweg. Die verbieten es nämlich, den Libero zum Kapitän zu machen. “Kein Problem”, meint Büring und will künftig vor jedem Spiel einen “Pro-Forma”-Kapitän für die Seitenwahl und die Unterschrift auf dem Spielberichtsbogen benennen. Denn: “Lisa ist für die eigentlichen Aufgaben innerhalb der Mannschaft einfach am besten geeignet”, sagt der Trainer. “Sie bringt immer ihre Leistung und verfügt über eine große Portion Kampfgeist”, zählt er die Stärken der 23-Jährigen auf. Und: “Sie hat auch in der Vergangenheit schon eine Führungsrolle im Team gehabt.”

Diesen Führungsanspruch untermauert die Medizinstudentin im Spiel regelmäßig mit lautstarken Anfeuerungen und Anweisungen für ihre Teamkolleginnen. “Ich war immer schon eine, die auch auf dem Feld den Mund aufgemacht hat”, sagt Thomsen. Über ihre Beförderung zum Kapitän habe sie sich “sehr gefreut. Ich werde versuchen, für alle ansprechbar zu sein”, kündigt die Berg-Nachfolgerin an.

Lob von der Vorgängerin

Für die verletzte Andrea Berg ist Bürings Entscheidung keine echte Überraschung: “Lisa ist für mich die logische erste Wahl für das Amt des Kapitäns”, sagt die 27-Jährige. “Sie ist präsent, übernimmt Verantwortung und traut sich, den Mund aufzumachen”, sagt die etatmäßige Spielführerin über ihre Vertretung. Zur Rolle des Kapitäns gehöre es, auch mal unerfreuliche Dinge auszusprechen, sagt Berg.

Bei aller Begeisterung für die neuen Aufgaben auch abseits des Volleyballfeldes - wie Organisatorisches oder verstärkt Öffentlichkeits- und PR-Termine - sieht sich Lisa Thomsen allerdings als “Spielführerin auf Zeit”. Denn: “Für mich ist und bleibt Andrea Berg unser Kapitän”, erklärt die gebürtige Aachenerin. “Wenn sie ihre Verletzung auskuriert hat, freue ich mich, dass der Kapitän wieder an Bord ist.”

(Quelle: Münstersche Zeitung)