Archiv für November 2008

USC-Volleyballerinnen nach fünf Sätzen weiter

Sonntag, 30. November 2008

Erstmals in dieser Saison gewann der USC Münster ein Fünf-Satz-Spiel. Am Samstag nämlich nach harter und 108 Minuten währenden Arbeit im deutschen Pokalwettbewerb in Unterschleißheim. Der Volleyball-Erstligist wurde beim 3:2 beim Zweitligisten SV Lohhof so gerade eben seiner Favoritenrolle gerecht.

USC-Coach Axel Büring atmete nach der Partie mit den Satzresultaten - aus USC-Sicht -14:25, 26:24, 20:25, 25:18 und 15:13 – durch. „Lohhof hat am Limit gespielt – und wir auch, was die Emotionalität angeht.“ Münster hofft, in zwei Wochen im Viertelfinale ein Heimspiel austragen zu dürfen. Womöglich gegen eine Bundesliga-Größe.

Keine heiße Halle

Drei Tiebreaks hatte der USC in der Meisterschaft schon verloren, im Carl-Orff-Gymnasium behielt der höherklassige Klub die Nerven in der Entscheidung. Lohhof hatte sich viel Mühe gegeben, die Partie den Fans als Kracher zu verkaufen. Eine heiße Halle aber fand Münster  nicht vor, mehr als 300 Zuschauer werden es nicht gewesen sein.

Der Süd-Sechste kam besser ins Spiel, ging Risiko im Bewusstsein, eh nichts zu verlieren zu haben. Der USC verlor den ersten Satz und fast auch den zweiten, gewann aber den Set doch noch mit 26:24. Dann war wieder Lohhof dran und Büring musste viel ausprobieren. Er setzte alle zehn mitgereisten Spielerinnen ein und brachte im Zuspiel neben Anna Maycock auch Doreen Engel.

In der Feldabwehr “herausragend”

„In der Feldabwehr herausragend“ sah Büring beide Teams. Der USC verbuchte den vierten Satz klarer für sich und knüpfte im Tiebreak zunächst nicht daran an. 3:8 lagen die Gäste hinten und Lohhof witterte womöglich die Chance zur Überraschung. Daraus wurde nichts, denn Punkt um Punkt kämpften sich Lisa Thomsen und Teamkolleginnen wieder heran. 15:13 hieß es dann in der Entscheidung.

„Wir haben schwere Phasen durchgestanden, wir haben an den Sieg und an unsere Möglichkeiten geglaubt“, lobte Büring die Moral der Spielerinnen, die in der Meisterschaft nicht eben verwöhnt worden sind. Dass der Außenseiter in derlei Vergleichen gerne mal aufmuckt, bekam der USC zu spüren. Aber gewonnen hat Münster – im Pokal zählt in erster Linie genau das.

(Quelle: Echo Münster)

USC erwartet beim Ex-Rivalen Lohhof ein Pokal-Spektakel

Freitag, 28. November 2008

In Richtung Unterschleißheim abgereist sind die Volleyballerinnen des USC Münster. Samstag wollen sie Seelenpflege betreiben auf sportliche Art und Weise, beim früheren Erstligarivalen SV Lohhof steht das Achtelfinalspiel im deutschen Pokal auf dem Programm. Der aktuelle Sechste der Zweiten Liga Süd rüstet zu einem Ausnahme-Spektakel.

Mit 100 bzw. 250 Zuschauern in den bisherigen beiden Heimspielen war das Carl-Orff-Gymnasium am Münchner Ring mäßig besucht – jetzt aber steht ein erster Saisonhöhepunkt an für die Mannschaft von Trainer Benedikt Frank. Das Team um Kapitänin Steffi Utz hat gerne noch härter trainiert, der Rahmen soll dem eines Spitzenspiels würdig sein.

Zehn Spielerinnen haben gut trainiert

Alles das wusste Münsters Coach, bevor es auf die Autobahn ging. Zehn Spielerinnen sind an Bord. Nicht dabei ist Zweitligaspielerin Sina Fuchs, Jahrgang 1992, die ihre Bundesliga-Feuertaufe bestanden hatte beim 2:2 gegen Sonthofen, aber keinesfalls zu großer Belastung ausgesetzt werden soll. Nach einer Woche mit komplettem Training und einiger Abwechslung strebt der USC danach, sich ein Erfolgserlebnis zu holen.

„Wir treffen auf heftige Gegenwehr, das ist mal sicher“, wappnet sich Büring, dem ein Viertelfinalspiel in Münster in zwei Wochen am liebsten wäre.

Auch sei die Chance da, „das Sonthofenspiel vergessen zu machen“, wie Büring glaubt. Die Präsentation bei der Heimniederlage gefiel ihm nicht und den Spielerinnen selbst ganz sicher auch nicht. Was vorher in Chemnitz (beim 3:0) noch klappte, lief in Berg Fidel schnell schief. „Gerade im Bereich Aufschlag gab es gravierende Unterschiede“, machte Büring schnell einen Grund für die siebte Niederlage fest. „In Chemnitz haben wir in diesem Bereich im ganzen Spiel fünf Fehler gemacht, gegen Sonthofen schon im ersten Satz.“

Charakterstärke: “Wir arbeiten daran”

Nur wer mutig ist und sicher, der setzt die Bälle so, dass sie dem Gegner Probleme bereiten.

Dass die USC-Auswahl zurzeit das Selbstvertrauen nicht frei Haus geliefert bekommt, ist logisch. „Wenn man dann etwas hilflos dasteht, dann braucht`s jemanden, an den man sich mal anlehnen kann auf dem Platz, der die nächsten Szenen mal in seine Hände nimmt.“ Derlei Charakterstärke muss sich ausprägen mit der Zeit. „Und das dauert, aber wir arbeiten daran.“

Die richtige Kapitänin

Libera Lisa Thomsen übernahm, obschon rein defensiv gefordert, zuletzt Verantwortung, riss die Kolleginnen mit und feuerte an, jagte hier den Bällen nach und hechtete vehement dorthin. Für Büring war das beispielhaft – er hat sich vor der Serie richtig entschieden, Thomsen die Rolle der Kapitänin zu geben, die die als Zuschauerin mitfiebernde Andrea Berg nach der Knie-OP auf dem Platz nicht ausfüllen kann.

(Quelle: Echo Münster)

Sonthofen gewinnt in Münster mit 3:2

Dienstag, 25. November 2008

Das Allgäu Team Sonthofen gewinnt sein erstes Auswärtsspiel seit dem Aufstieg in die erste Bundesliga. Beim USC Münster holen die Allgäuerinnen in einem hart umkämpften 3:2 (18:25, 25:20, 25:22, 22:25, 15:7) zwei wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Sonthofen erwischte einen schlechten Start in das Match. Viele Fehler auf beiden Seiten prägten den ersten Satz, wobei die Münsteraner immer leicht in Führung waren und schließlich mit 1:0 in Führung gingen.

Im zweiten Satz wurden dann nicht nur die Seiten gewechselt. Auch die Punkte wurden diesmal auf Seiten der Sonthofer gemacht. Wie ausgewechselt dominierte man die Heimmannschaft, die ihrerseits komplett von der Rolle zu sein schien. Die Sonthofer Schnellangriffe kamen endlich durch und die Annahme entzauberte ein ums andere mal die Angreiferinnen des USC. Mit einem ungefährdeten 25:20 glich das ALLGÄU TEAM SONTHOFEN nach Sätzen aus.

Der Dritte Satz war wieder sehr ausgeglichen und die rund 1400 Zuschauer im Volleydome Münster sahen ein spannendes Volleyballsspiel. Viele Eigenfehler auf beiden Seiten dominierten das Spiel. Am Ende des Satzes zeigte Sonthofen aber, dass Sie heute in den entscheidenden Momenten konzentrierter und willenstärker waren. Sie erkämpften schließlich das 25:22 und damit die 2:1-Satzführung.

Im vierten Satz führte Sonthofen bereits mit fünf Punkten und alles schien auf einen deutlichen Sieg hinzuweisen. Aber eine enorm stark spielende Anika Brinkmann brachte mit einer einzigartigen Aufschlagserie die Damen aus Münster wieder heran und konnte den schon sicher geglaubten Satz sogar mit 25:22 gewinnen.

Jetzt musste ein Tiebreak die Entscheidung bringen. Und hier zeigte Sonthofen mit einer überragend spielenden Lina Meyer, dass sie den Sieg an diesem Tag einfach mit aller Kraft wollten. Nichts zu merken von Nervosität nach dem vergebenen 4.Satz. Die Allgäuerinnen zogen schnell auf einen komfortablen 6 Punkte-Vorsprung davon. Münster erwischte eine rabenschwarze Phase, konnte der konzentrierten Abwehr und den schnellen Angriffsbällen Sonthofens nichts entgegensetzen und so ging der Tiebreak mit 15:7 und beide Punkte ins Allgäu.

„Ein großes Lob an die Mannschaft, die die bitteren Niederlagen zu Saisonbeginn weggesteckt hat und gezeigt hat, dass sie sich nicht nur spielerisch, sondern auch mental stark verbessert haben.“ so Andi Wilhelm nach dem Spiel. Und im Hinblick auf die kommenden Spiele gegen die direkten Ligakonkurrenten Aachen, Chemnitz und Stuttgart dürfte er und sein Team heute außer den beiden Punkten, auch ein wichtiges Stück Selbstvertrauen gewonnen haben.

(Quelle: Allgäu Team Sonthofen/Christian Feger)

Keine Qualität, Kein Herz

Montag, 24. November 2008

Wenn am Ende des Spiels eine Stecknadel zu Boden gerauscht wäre, hätte man den Aufprall tatsächlich wahrgenommen. So still war es gestern Nachmittag kurz nach halb fünf in der Sporthalle Berg Fidel. Es herrschte kollektives Schweigen, niemand mochte in diesem Moment reden. Das musste auch keiner, schließlich erzählten schon die Blicke Bände. Sie drückten Ratlosigkeit, mitunter sogar Verzweiflung aus. 2:3 (25:18, 20:25, 22:25, 25:22, 7:15) verlor Frauenvolleyball-Bundesligist USC Münster das Heimspiel gegen das Allgäu Team Sonthofen.

Niederlage kommen vor im Sport, doch diese tat so weh wie nur ganz wenige in der nunmehr 47-jährigen Geschichte des Clubs. Der deutscher Rekordmeister, Münsters großer Stolz, liegt am Boden. Umgestoßen von Sonthofen, das erstmals ein Auswärtsspiel in der Bundesliga gewann.

Vor den Hallentüren rieselte der Schnee, auch drinnen näherten sich die gefühlten Temperaturen dem Frostpunkt. Enttäuschung. Entsetzen. Und Ernüchterung. Nach dem 3:0 in Chemnitz hatten alle auf die Trendwende gesetzt. Oder zumindest gehofft. Und dann dieser Rückfall. Ein Keulenschlag, der tiefe Wunden gerissen hat. „Wir haben nicht gut gespielt. In vielen Situationen fehlte uns einfach die nötige Qualität“, befand Trainer Axel Büring.

Ja, wenn es denn nur das gewesen wäre. Münster hatte gestern noch andere Defizite. Dem Team fehlte es auch an Herz und Leidenschaft. Und dies in der jetzigen Situation. Mitten im Abstiegskampf.

Dabei hatten die Unabhängigen vor 1472 Zuschauern durchaus viel versprechend begonnen. In nur 23 Minuten gewannen sie den ersten Satz. Auffällig gut spielte Johanna Barg, Münsters Punktbeste in dieser Phase. Doch schon im zweiten Abschnitt schlug die Zuversicht auf den Rängen in Skepsis um. Der Hausherr geriet aus dem Takt, es bauten sich Fehlerketten auf. Schlüsselerlebnisse für die erwachenden Gäste, die in der Fremde noch nie etwas mitgenommen hatten und nun plötzlich spürten, dass es ihr großer Tag werden könnte.

Es kam so, weil Münster im Aufschlag nahezu wirkungslos blieb und in der Annahme nie zur nötigen Stabilität fand. Beide Zuspielerinnen, Anna Maycock und Doreen Engel, einen schlechten Tag erwischten. Anika Brinkmann viel zu oft mit dem Kopf durch die Wand wollte. Barg ihr Niveau nicht hielt. Und Spielführerin Lisa Thomsen es trotz fortwährender Bemühungen nicht schaffte, ihre am Ende fast lethargisch auftretenden Mitspielerinnen mitzureißen.

Auch Trainer Büring ließ kaum etwas unversucht, um die Mannschaft auf den richtigen Weg zu bringen. Der 41-Jährige nahm alle Wechseloptionen wahr, bescherte der erst 16-jährigen Sina Fuchs das Erstliga-Debüt und nahm sich während zweier Auszeiten im vierten Durchgang Brinkmann und Engel in Vier-Augen-Gesprächen zur Brust. Alles dies blieb ohne durchschlagenden Erfolg. Münster verlor die 109-Minuten-Begegnung verdient, ließ viele Anhänger frustriert zurück und viele Fragen offen. Auch diese: Wie kann es sein, dass ausgerechnet Claudia Bimberg, eigentlich nur ein „Notnagel“, in dieser so wichtigen Partie Münsters auffälligste Spielerin war? Es wirft kein gutes Bild auf die Etablierten.

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

USC Münster hat Lust auf mehr

Samstag, 22. November 2008

Der erste Saisonerfolg in Chemnitz hat die Volleyballerinnen des USC Münster auf den Geschmack gebracht. Am Sonntag wollen sie im zweiten Kellerduell binnen einer Woche gegen Team Allgäu Sonthofen (14.30 Uhr) den zweiten Sieg einfahren - und damit einen weiteren Schritt aus den Niederrungen der Tabelle machen.

“Die Mannschaft will unbedingt nachlegen”, erklärt die am Knie verletzte Spielführerin Andrea Berg, die auch gegen Sonthofen wieder von der USC-Bank ihre Teamkolleginnen moralisch unterstützen wird. Und Trainer Axel Büring schlägt in die gleiche Kerbe. “Der Sieg hat uns richtig gut getan und macht Lust auf mehr”, sagt der Coach erleichtert.

Keine optimale Vorbereitung

Doch die Vorbereitung verlief vor dem Vergleich mit dem Tabellenelften nicht frei von Sorgen. Mittelblockerin Gwendoline Horemans und Anika Brinkmann, die beide schon in Chemnitz erkrankt ausfielen, stiegen erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. “Wir werden kurzfristig sehen, inwieweit sie belastbar sind”, erläutert Büring, der in der Halle Berg Fidel eine enge Partie erwartet. “Ich habe Sonthofens Spiele gegen Köpenick und Wiesbaden gesehen. Die haben schon was auf der Pfanne”, zeigt sich der 41-Jährige beeindruckt.

Gutes Niveau halten

Doch sollte es dem USC gelingen, an die fast makellose Vorstellung des vergangenen Sonntags anzuknüpfen, sieht Büring gute Chancen auf die Zähler drei und vier in der laufenden Spielzeit. “Wenn wir das Niveau in der Annahme sowie beim Aufschlag halten und nur wenige eigene Fehler machen, können wir erneut gewinnen.” Dann könnte der USC in der zweiwöchigen Liga-Pause in aller Ruhe an weiteren spielerischen Fortschritten arbeiten.

(Quelle: Münstersche Zeitung)

“Kängurus” warten weiter auf ersten Sieg

Dienstag, 18. November 2008

Die Volleyballerinnen der Fighting Kangaroos Chemnitz verloren ihr Heimspiel gegen den USC Münster mit 0:3 (21:25, 15:25, 20:25). Durch die Niederlage nach 67 Spielminuten bleiben die “Kängurus” weiterhin ohne Sieg in der 1. Volleyball Bundesliga der Damen, während der USC Münster die ersten beiden Zähler verbuchen kann. Damit bleiben Chemnitz und Aachen (1:3 gegen Wiesbaden) die einzigen Mannschaften ohne Spielgewinn.

“Wir haben heute nicht ansatzweise gegengehalten. Münster hat uns durch druckvolle Aufschläge vor große Probleme gestellt. Zudem waren die Gäste im Angriff aggressiver als wir. Der Druck, gewinnen zu müssen, war heute einfach zu hoch für meine Mannschaft”, resümiert Kangaroo-Trainer Mirko Pansa die Niederlage. Besonders USC-Spielerin Johanna Barg deckte die Annahmeprobleme in Reihen der CPSV-Damen schonungslos auf und verhalf den Unabhängigen Sportclub zu einem nie gefährdeten Spielgewinn. “Ich bin unheimlich Stolz auf meine Truppe”, meinte USC-Coach Axel Büring nach dem klaren 3:0-Auswärtserfolg seiner Damen.

Dabei hatten die 830 Zuschauer in der Richard-Hartmann-Halle große Hoffnung auf den ersten Saisonsieg ihrer “Kängurus” gesetzt. Das Motto hieß: “Jump and fight for Chemnitz”. Leider war der kämpferische Einsatz aus den letzten beiden Partien gegen Köpenick und Dresden nur ansatzweise zu erahnen. Beim Team von CPSV-Trainer Mirko Pansa lief gestern Abend so gut wie nichts. In den ersten zwei Sätzen liefen die CPSV-Damen einem Rückstand hinterher. Keines der “Kängurus” fand zu seiner Normalform. Zu viele Aufschlagfehler und Abstimmungsprobleme in der Annahme machten es dem USC Münster leicht, den ersten Saisonsieg einzufahren. Zudem reagierte auch der Block ein ums andere Mal zu langsam. Nur im dritten Spielabschnitt keimte noch einmal Hoffung auf, als es bis zum Stand von 15:15 spannend blieb. Danach punkteten fast nur noch die USC-Damen und nahmen die Punkte mit nach Hause.

(Quelle: Fighting Kangaroos Chemnitz-News)

Balsam für die Seele

Dienstag, 18. November 2008

Es ist gut vorstellbar, dass Axel Büring in den vergangenen Wochen mitunter schlecht geschlafen hat. Sechs Niederlagen in Reihe und der Sturz ans Tabellenende werden den USC-Trainer auch außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten kaum kalt gelassen haben. Seit Sonntag Abend kann der 41-Jährige die Dinge wieder ein wenig gelassener betrachten. Beim 3:0 (25:21, 25:15, 25:20) in Chemnitz feierten seine Schützlinge nicht nur den ersehnten ersten Saisonsieg. Zugleich rückten sie auch in der Tabelle vom letzten auf den zwölften Platz vor. Vielen im Verein werden nach diesem Erfolg Mühlsteine von den Schultern gefallen sein.

Der Sieg des USC bei den Fighting Kangaroos verdient besonderen Respekt, weil er unter schwierigen Bedingungen zustande kam: Nach Anika Brinkmann musste auch Gwendoline Horemans grippegeschwächt passen. Beide Spielerinnen traten die Reise zum Kellerduell in Sachsen erst gar nicht an.

Münster gewann die Partie völlig verdient. Die Gäste wirkten sehr konzentriert, spielten mutig und ließen sich auch in schwierigen Situationen nicht aus dem Konzept bringen. „Ich habe eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Am kommenden Sonntag wollen wir gegen Sonthofen nachlegen. Die haben ja auch gerade zum ersten Mal gewonnen. Es könnte ein richtig gutes Spiel werden“, sagte Axel Büring.

Anna Maycock, Johanna Barg, Ines Bathen, Barbara Degi, Claudia Bimberg, Lea Hildebrandt und Lisa Thomsen legten sich gestern für den USC ins Zeug. Doreen Engel erhielt erst in der Schlussphase des dritten Satzes Spielanteile. Sina Fuchs (16), eigentlich im Zweitliga-Team zu Hause und in Chemnitz erstmals von Büring berücksichtigt, wurde nicht eingesetzt. Münster erzeugte über den Aufschlag viel Druck und erspielte sich in allen Abschnitten sehr früh komfortable Führungen. Im ersten lagen die Gäste 7:1 vorn, im zweiten 9:4 und im dritten 8:3. Chemnitz kämpfte verbissen, kam an diesem Tag aber nicht am USC vorbei. „Wir haben die Begegnung dominiert und völlig verdient gewonnen. An der Außenlinie hatte ich heute einen sehr angenehmen Job“, verriet Büring.

Was auch daran lag, dass seine Mannschaft in den wenigen schwierigen Phasen die Ruhe bewahrte. So auch im dritten Durchgang, als Chemnitz nach 3:8 zum 15:15 gleichzog und der Anhang der Sachsen urplötzlich die Chance zur großen Wende witterte. Mit vier Punkten in Reihe erstickte Münster jedoch schnell alle Hoffnungen im Keim. Und nach 67 Minuten verwandelte das Team schließlich den dritten Matchball zum ersten Sieg.

(Quelle; Westfälische Nachrichten)

Der erste Sieg in dieser Saison

Sonntag, 16. November 2008

Der erste Sieg für den USC Münster und dann gleich ein Auswärtssieg. Die Fighting Kangaroos aus Chemnitz wurden in 67 Minuten klar mit 3:0 (25:21, 25:15, 25:20) besiegt.

Ende der Volleyball-Herrlichkeit - Der Sanierungsfall USC Münster

Samstag, 15. November 2008

Gut drei Jahre ist es her, da feierte der USC Münster sein vorerst letztes großes Fest. Im Mai 2005 strömten 4500 Zuschauer in die Halle Berg Fidel, um ein 3:0 gegen die Roten Raben Vilsbiburg und damit den neunten Meistertitel des Unabhängigen Sportclubs zu feiern. 4500 lautete die offizielle Zahl, gut 6000 sollen tatsächlich im „Volleydome“ gewesen sein.

Doch mit der Volleyball-Herrlichkeit ist es vorbei, im Jahr 2008 herrscht Tristesse, und die Macher werden von Sorgen geplagt. Auf den letzten Titel folgten die Plätze vier, sieben und neun. Die laufende Spielzeit begann wie das Spiegelbild der vorangegangenen. Nach sechs Runden ziert der USC mit 0:12 Punkten das Tabellenende. Beim Doppelspieltag am vergangenen Wochenende gab es erst ein 2:3 beim Köpenicker SC Berlin und dann ein 0:3 beim Zurich Team VC Olympia Berlin. Die Hauptstadt war für Münster alles andere als eine Reise wert.

Der USC - nicht Preußen - war das Aushängeschild Münsters

Dabei hatte der damalige USC-Vorstandssprecher Hans-Ulrich Frank doch erst vor gut einem Jahr noch hohe Ziele formuliert: „Im Jahr 2011 feiern wir fünfzigjähriges Bestehen, und dann wollen wir wieder zur europäischen Spitze gehören.“ Im November 2008 ist aber von Festtagsstimmung überhaupt nichts zu spüren, die neue Vereinsführung muss sich aus der Not heraus wesentlich bescheidener geben. „2011 hoffen wir auf einen gefestigten Mittelfeldplatz“, sagt Matthias Fell, der am 25. September als Nachfolger Franks gewählt worden war.
Matthias Fell hat schon manche marode sportliche Vereinigung auf Vordermann gebracht. Mitte der neunziger Jahre begann der „Sparfuchs“, wie sie ihn nennen, beim Westdeutschen Volleyball-Verband als dessen Präsident mit Aufräumarbeiten. Heute ist der mitgliederstärkste Landesverband der Volleyballer gesund und leistungsstark. Fell ist immer noch WVV-Chef und auch Gründungsvorsitzender des USC Münster. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, seinem Verein wieder auf die schwachen Beine zu helfen. Doch was er schon am ersten Tag nach Amtsantritt in und auf seinem Präsidentenschreibtisch an Zahlen und Fakten vorgefunden hat, übertraf seine schlimmsten Erwartungen. Es kamen mehr und mehr Verbindlichkeiten zutage, „als bei der Mitgliederversammlung bekannt waren“, sagt er. Aktuell läge die Deckungslücke irgendwo zwischen 200.000 und 250.000 Euro.

„Alle werden in die Pflicht genommen“

Über das Missmanagement seiner Vorgänger will er lieber nicht sprechen. Die „Vergangenheitsbewältigung“, wie Fell die Prüfung der Kassenbücher nennt, ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Auf jeden Fall lassen die Löcher in der Kasse keine weitere Verschuldung zu, ergo kann Trainer Axel Büring nicht mit Einkäufen auf dem Spielermarkt rechnen, die für eine sportliche Wende sorgen könnten. „Wir müssen einen Weg finden zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlicher Notwendigkeit“, sagt Fell.
Im Klartext heißt das: „Siege gegen Sonthofen, Aachen und Chemnitz sind Pflicht. Für alles andere müssen das intakte Umfeld wie unser Fanclub Critters und unser Beirat sorgen.“ Fell hat namhafte Mitstreiter wie Münsters erste Bürgermeisterin Karin Reismann oder den früheren CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz in seinem zehnköpfigen Beirat. „Alle werden in die Pflicht genommen, schließlich ist der USC auch ein Aushängeschild für die Stadt“, sagt er. Zeitweise genossen die Volleyballerinnen mehr Ansehen als die Fußballer von Preußen Münster, die über die Drittklassigkeit nicht hinausgekommen sind. Erfolgreicher waren die USC-Spielerinnen in jedem Fall.

Das Who’s who des deutschen Frauen-Volleyballs spielte hier

Aber sie haben den Anschluss an die nationale Spitze verpasst. Vereine wie Dresden und Schwerin setzen mehr und mehr auf eigene Nachwuchsspielerinnen. In Münster wurde dagegen der konsequente Aufbau junger Talente versäumt. Trainer wie Axel Büring oder Olaf Kortmann in den neunziger Jahren konnten immer wieder mit gestandenen Kräften arbeiten, die man mit lukrativen Angeboten nach Münster gelockt hatte.
Angelina Grün, Ulrike Schmidt, Ines Pianka, Nancy Celis, Beate Bühler – und, und, und. Das Who’s who des deutschen Frauen-Volleyballs sorgte in Münster für die Erfolge, den letzten Titel holte der USC mit der langjährigen Nationalmannschafts-Zuspielerin Tanja Hart. 2008 hat der Klub dagegen einen Kader der Namenlosen. Eine aktuelle deutsche Nationalspielerin ist nicht darunter. Wenige Tage vor Saisonbeginn hatte sich zudem noch Spielführerin Andrea Berg im Trainingslager einen Kreuzbandriss zugezogen. Ein Ausfall, der nicht zu ersetzen ist.

Der Leuchtturm soll weiter strahlen

Doch Matthias Fell hätte die Leitung auf der Baustelle in seiner Heimatstadt nicht übernommen, sähe er nicht Licht am Ende des Tunnels. Seit einem Jahr gibt es mit dem Pascal-Gymnasium eine sportbetonte Schule, der ein Internat angeschlossen ist, in dem schon fünf Jugend- und eine Junioren-Nationalspielerin untergebracht sind. „Wir können nur durch Eigengewächse wieder nach oben kommen“, sagt er.

Am Sonntag warten die Fighting Kangaroos Chemnitz auf Münster, anschließend tritt Sonthofen im Berg Fidel an. Beide sind ebenfalls noch ohne Sieg und zählen zu denen, gegen die Fell die Pflichtsiege fordert. Vor einem Jahr schaffte der USC im siebten Spiel den ersten Sieg. Sollte es in Chemnitz auch klappen, wird Fell ein wenig durchatmen können und an die ruhmreicheren Tage zurückdenken: „Der USC war immer der Leuchtturm im Volleyball-Westen, und das soll er auch bleiben.“

(Quelle: F.A.Z.)

USC nach Chemnitz: Da waren`s nur noch sieben

Samstag, 15. November 2008

Wo die Grippe zuschlägt, da stört sie. Mitunter gar gewaltig wie beim Volleyball-Bundesligsten USC Münster. Der reiste Samstag ohne drei Stammspielerinnen gen Sachsen. Neben der Langzeitverletzten Andrea Berg müssen diesmal auch die erkrankten Annika Brinkmann und Gwendoline Horemans passen.

Im Außenangriff und Mittelblock muss der Liga-Letzte improvisieren. Sonntag (17 Uhr) steht bei den Fighting Kangaroos Chemnitz das siebte Saisonspiel auf dem Plan.

Sina Fuchs einmal im Kader

Aus dem zehnköpfigen Stammkader stehen Trainer Axel Büring gerade einmal sieben Akteurinnen zur Verfügung. Bekanntlich rückte Claudia Bimberg nach der Knie-OP von Andrea Berg in Aufgebot. Jetzt nominierte Büring auch die 16 Jahre alte Zweitligaspielerin Sina Fuchs für die Reise. “Eine Art Ausbildungsfahrt für sie”, wertete der Coach zur Außenangreiferin. Bennennen darf er Sina Fuchs nur für eine Partie – bei einer zweiten Berufung wäre sie festgespielt.

“Wir müssen mehr tun”

Ob das Duell der Sieglosen also auf Augenhöhe geführt werden kann, ist fraglich. Büring, dem das Klagen ja fremd ist, verlangt notgedrungen “noch mehr von jeder Spielerin. Wir müssen alle mehr tun.” Eine große Aufgabe, denn nach dem bisherigen Saisonverlauf dürfte die Auswahl nicht eben vor Selbstvertrauen strotzen.

Die neue Konstellation auf dem Feld hat auch gar keine Zeit, sich auf die neue Aufgabenverteilung einzustellen. Auch wenn am Sonntag um 11 Uhr noch trainiert wird. Dass Libera Lisa Thomsen auch gegen die Grippe kämpft und am Samstag erst die zweite Trainingseinheit der Woche absolvierte, verschweigt Büring fast.  

Maycock kennt ein Trio

Über drei Chemnitzerinnen kann USC-Neuzugang Anna Maycock etwas erzählen: Mit der Kanadierin Stephanie Kurz, die zur Serie kam, spielte sie gemeinsam bei USSP Albi in Italien. Mit Kapitänin Lauren Bertolacci wetteifert Anna Maycock in der australischen Nationalmannschaft um den ersten Platz im Zuspiel. Auch Rhiannon Watt kommt aus Australien.

Bertolacci, Regisseurin der Kangaroos, hat geschwächt von einer derben Grippe nicht durchgehend trainieren können unter Coach Mirko Pansa (35). Der beschrieb die Münsteranerinnen als stark durch Aufschlagswucht und schnelle Attacken über die Mittelpositionen.

Stark beim 1:3 in Dresden

Der Aufsteiger, eine Abteilung im Chemnitzer Polizei-Sportverein, verlor die ersten drei Saisonpartien jeweils 0:3 gegen VC Olympia, Hamburg und Schwerin, ehe es 2:3 gegen Köpenick und 1:3 im Sachsenderby vor 2300 Zuschauern in Dresden ausging. In diesem Spiel sah Pansa aber Tugenden, die jeder Coach gerne sieht, nämlich „Präsenz und Stärke, Herz und Leidenschaft.“

Büring sieht die Gastgeberinnen als gut besetzt an. „Die haben fünf Profis geholt.“ Die 1,93 m lange Universalspielerin Josephine Dörfler sei diejenige, die die meisten Zuspiele erhält und folglich für den Aufsteiger fleißig punktet

(Quelle: Echo Münster)