Stachel der Enttäuschung sitzt tief

Die Dinge entwickelten sich nicht in die gewünschte Richtung. Nach der 0:3 (18:25, 13:25, 12:25)-Niederlage, die der USC im Saison-Eröffnungsspiel der Volleyball-Bundesliga beim VfB Suhl am Samstagabend hatte hinnehmen müssen, saß der Stachel der Enttäuschung tief. Das lag weniger daran, dass den Unabhängigen von einem übermächtigen Gegner – fast schon erwartungsgemäß – die Grenzen aufgezeigt wurden. Der Grund für die Niedergeschlagenheit war vielmehr der, dass der USC in der Suhler Sporthalle „Zur Wolfsgrube“ eigenen Ansprüchen nicht gerecht wurde. Das kam auch in den Worten von USC-Trainer Axel Büring zum Ausdruck, der hinterher desillusioniert feststellte: „Wir haben heute Vormittag gut trainiert, sind dann aber aus der Halle geschossen worden.“ Nicht nur Büring hatte sich den Abend anders vorgestellt.

Die Geschichte des einseitigen Spielverlaufes ist rasch erzählt. Der USC vermochte dem VfB Suhl nur im ersten Satz Paroli zu bieten. Als danach die Vorteile der in allen Spielelementen deutlich überlegenen Gastgeberinnen zum Tragen kamen, schwanden beim USC zunächst die Moral und dann auch die Kräfte. Der Wille war den Unabhängigen zwar nicht abzusprechen. Doch diese einmal mehr lobenswerte Tugend reichte nicht, um dem Team von Suhls Trainer Michael Schöps Paroli zu bieten. Der VfB war einfach eine Nummer zu groß. „Wenn man von einem Satzgewinn so weit entfernt ist wie wir es waren, dann ist es leicht zu sagen: Wir haben nicht gewollt. Diesen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft aber nicht machen“, betonte Büring, der davon sprach, ein Spiel „auf zwei unterschiedlichen Levels“ erlebt zu haben

Im ersten Satz waren die Leistungsdiskrepanzen allerdings noch nicht augenscheinlich. Zwar geriet der USC rasch in Rückstand. Doch beim Stand von 6:8, 15:19 und 17:21 hatte er sich herangekämpft. Phasenweise gelang es, mitzuhalten und – nach Aufschlägen von Anika Brinkmann – den Gegner zu beschäftigen. Dabei vermochte sich Barbara Degi einige Male in Szene zu setzen, die mit Schmetterschlägen von der Außenposition erfolgreich war. Doch schon im zweiten Satz zeigte sich, dass der USC nicht in der Lage war, das Niveau zu halten. Der VfB Suhl machte nun mächtig Dampf, so dass das Team von Axel Büring die Orientierung verlor. Als im dritten Satz Degi aufgrund einer Bänderdehnung nicht mehr eingesetzt werden konnte, schwanden die Chancen zusehends.

Suhl war nun in jeder Hinsicht die bessere Mannschaft – spielerisch, taktisch und auch physisch. Diese Vorteile machten sich vor allem am Netz bemerkbar. Dort setzten die Gastgeberinnen dem USC nicht nur körperliche Größe, sondern auch Masse entgegen. Auf der anderen Seite düpierte Ex-Nationalspielerin Anja Krause den wenig sattelfesten USC-Block ein ums andere Mal. Nach insgesamt 62 Minuten hatte der Spuk dann endlich ein Ende.

Den Unabhängigen blieb die Erkenntnis, ein gutes Stück unter ihren Möglichkeiten geblieben zu sein. „Für Suhl war es letztlich ein Trainingsspiel“, resümierte Büring. Ähnliches dachte wohl auch sein Pendant Schöps angesichts der Tatsache, dass sein Team allenfalls ansatzweise gefordert wurde: „Dieser Sieg ist kaum einzuordnen.“

(Quelle. Westfälische Nachrichten)

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