Büring hat keine Wahl
Aufbruchstimmung beim USC Münster: Zum Bundesliga-Start in Suhl (morgen, 19.30 Uhr) zeigt auch der Vorstand Flagge. Gemeinsam mit den „Critters“ machen sich die Vizepräsidenten Jürgen Schulz und Hans Siebels morgen im Fanbus auf den Weg nach Thüringen. Klubchef Matthias Fell schaut sich derweil die Begegnung des Zweitligateams am Sonntag in Berlin an.
Mannschaft und Trainer des deutschen Rekordmeisters reisen bereits heute Mittag nach Suhl. Ungewöhnlich früh müssen sie am Spieltag aus den Federn. Für das Abschlusstraining wurde ihnen die Stunde von neun bis zehn Uhr zugeteilt. Coach Axel Büring hätte angesichts des Spieltermins erst am Abend eine spätere Zeit favorisiert. „Aber diese Spielchen in Suhl kennen wir ja schon. Ich habe das fünf Jahre lang geschluckt, diesmal nicht. Wir werden darauf reagieren.“ Der VfB darf sich beim Rückspiel auf eine Retourkutsche vorbereiten.
Gestern sagte Büring, dass sich die Mannschaft sehr auf die Saison freue. „Wir haben gut trainiert und sind gut vorbereitet. Suhl ist natürlich klarer Favorit. Doch wenn der VfB es zulässt, werden wir zupacken. Ob das dann für einen Satz reicht oder zwei oder noch mehr, werden wir sehen. Auch im Volleyball kann man nichts ausschließen“, erklärt der 41-Jährige.
Zuversicht schöpft Büring aus der guten Stimmung im Team. Sogar die schwere Verletzung von Spielführerin Andrea Berg, die vermutlich bis zum Jahreswechsel ausfällt, habe der Mannschaft keinen Knacks gegeben.
Aber natürlich fehlt die Kapitänin an vielen Ecken und Enden. Als „Häuptling“ auf dem Feld und als stabile Größe im Mittelblock. Dort müssen nun die 20-jährige Lea Hildebrandt und die nur ein Jahr ältere Belgierin Gwendoline Horemans die Dinge richten. Alternativen zu diesem Paar gibt es nicht. „Die Wettkampfordnung verbietet es uns, an den ersten beiden Spieltagen Spielerinnen aus dem Zweitligateam hinzuholen. Folglich sind uns die Hände gebunden, wir fahren zu neunt nach Suhl“, verdeutlicht Büring.
Über seine Startformation mochte der Trainer gestern nichts verraten. Die Mannschaft wird er wie gewohnt, 45 Minuten vor dem Anpfiff in Kenntnis setzen. Große Wahl hat er in Suhl nicht. Im Angriff gibt es genau vier Bewerber (Johanna Barg, Anika Brinkmann, Ines Bathen und Barbara Degi) für drei Positionen, im Zuspiel muss er sich der Coach zwischen Doreen Engel und Anna Maycock entscheiden. Büring bescheinigt beiden Stellerinnen „eine gute Entwicklung.“ Sehr erfreut ist er über die rasche Integration des Neuzugangs aus Australien. „Anna ist eine echte Bereicherung für unser Team. Sie brennt immer und lebt für ihren Sport.“ Dies lasse, so der Trainer, allerdings keine Rückschlüsse auf die Anteile im Wettkampf zu. „Meine Spielerinnen wissen, dass ich gern wechsele. Ich muss auch im Zuspiel keine Nummer eins haben.“
Auf ein konkretes Saisonziel hat sich Büring nur ungern festlegen lassen. Nun ist es raus, und es heißt: „Einstelliger Tabellenplatz.“ Büring findet, dass dies „doch ziemlich gut klingt.“ Und darüber hinaus Luft nach oben lasse. „Im vergangenen Jahr haben wir eine ziemlich miese Serie gehabt. Vielleicht“, so sinniert er, „bekommen wir ja auch mal einen Lauf in die andere Richtung.“
(Quelle:Westfälische Nachrichten)