Axel Büring ist beunruhigt
Dienstag, 26. August 2008
Die Uhr läuft. Zurzeit gegen den USC Münster. Nach zweiwöchiger Pause nahm der Frauenvolleyball-Bundesligist am Montag das Training wieder auf. Exakt 47 Tage blieben Axel Büring dann noch, um seine Mannschaft für den Saisonstart am 11. Oktober in Suhl zu präparieren. „Ich bin ein bisschen beunruhigt“, sagt der 41-Jährige.
Bürings Sorge ist nachvollziehbar. Wieder einmal haben die Unabhängigen große Schwierigkeiten, einen konkurrenzfähigen Kader zusammen zu stellen. Mehrere Spielerinnen trainierten in den vergangenen Wochen und Monaten zur Probe am Berg Fidel. Zu einem Abschluss kam es nicht. „Da waren einige dabei, die ihre Qualität schlicht und ergreifend überschätzt haben. Zudem sind in der Szene Manager unterwegs, die für mittelmäßige Spielerinnen sehr viel Geld fordern. Damit haben sie in anderen Ländern vielleicht Erfolg. Wir beim USC machen da nicht mit“, erklärt Büring.
Also nichts Neues. Keine Unterschrift, kein Zugang. Irgendwie tritt der deutsche Rekordmeister seit geraumer Zeit auf der Stelle. Wieder einmal. Dabei sollte doch vieles besser werden. Die aktuellen Fakten lassen wenig Hoffnung zu. Bisher hat es lediglich in der Rubrik „Abgänge“ Bewegung gegeben: Tatjana Zautys und Jil Döhnert haben sich zum Konkurrenten Stuttgart verabschiedet, die Verträge mit Kaitlin Leck und Tasia Ryschkowa wurden nicht verlängert.
Wie zuletzt in der Liga hechelt der USC auch auf dem Transfermarkt der Konkurrenz hinterher. Ein großer Teil der Gegner im Oberhaus hat seine Hausaufgaben längst erledigt, andere sind auf einem guten Weg. Münster indes werkelt weiter vor sich hin. „Es ist halt sehr schwierig, Spielerinnen zu finden, die zu uns wollen, zu uns passen und auch wirtschaftlich verträglich sind“, meint Büring.
Die Finanzen sind gewiss ein wichtiges Argument. Ganz unbestritten hat aber auch das Image des USC in der jüngeren Vergangenheit erheblich gelitten. Büring mag dies nicht wegdiskutieren. „Früher“, sagt er, „mussten wir um junge deutsche Spielerinnen kaum werben.“ Das war als Münster als Meister oder zumindest als Topmannschaft lockte. Diese Zeiten sind vorbei, die letzte Saison beendete der USC als Drittletzter auf Rang neun. Der Trainer legt den Finger tief in die Wunde und fragt: „Warum sollte jetzt eine junge deutsche Spielerin zu uns kommen?“
Mit der Frage hat Büring die Antwort bereits gegeben. Münster sucht im Ausland und dabei nicht nur in Europa. Es gibt reichlich Bedarf. Oben auf der Prioritätenliste steht eine Zuspielerin. Zudem möchte der Coach noch zwei Kräfte für Angriff und Annahme ins Boot holen. Und auch im Mittelblock sei noch nicht alles im Lot. „Da haben wir mit Lea Hildebrandt und Gwendoline Horemans zwei unerfahrene Spielerinnen und mit Andrea Berg eine sehr verletzungsanfällige“, so Büring.
Am Tag der offenen Tür am 20. September möchte Münster das Team für die Saison 2008/2009 vorstellen. Nach Möglichkeit in voller Stärke. Büring kann nicht versprechen, ob es wirklich etwas wird. „Ich habe natürlich die Hoffnung, dass wir bald und dann nach und nach Verstärkung bekommen“, erklärt er.
(Quelle: Westfälische Nachrichten)