Tagesarchiv für den 06. April 2008

USC kann gegen Köpenick nicht gewinnen

Sonntag, 06. April 2008

Null Punkte, 2:12 Sätze – das ist die Bilanz, die für den Volleyball-Bundesligisten USC Münster in dieser Saison gegen den Köpenicker SC in die Statistiken eingehen wird.

Mit 1:3 (24:26, 18:25, 25:23, 10:25) unterlagen die Elevinnen von Trainer Axel Büring am Freitagabend der jungen Truppe aus der Hauptstadt im Rückspiel der Playdown-Runde. Damit ist auch die bis dato makellose Heimbilanz 2008 am Berg Fidel für die Unabhängigen beendet.

Ohne Thomsen und Zautys

Vor etwa 400 unentwegten Fans im Volleydrom entwickelte sich eine in ihren besten Phasen durchschnittliche Partie. Dem USC sei noch zu Gute zu halten, dass er ohne Libera Lisa Thomsen und Tatjana Zautys auskommen musste, zudem verletzte sich im Abschlusstraining auch noch die als Thomsen-Ersatz eingeplante Steffi Golla aus der Reserve am Oberschenkel und musste passen.

„Wir haben in drei Formationen gespielt, in denen wir so noch nie vorher aufgelaufen sind“, resümierte USC-Coach Axel Büring unmittelbar nach dem Match. Zufrieden, so der 40-Jährige, könne er nur mit dem dritten Durchgang sein. „Der vierte Satz allerdings war absolut indiskutabel!“

Entschlossenheit fehlt

Möglicherweise wäre es ein wenig anders gelaufen, hätten die Unabhängigen im ersten Set mit etwas mehr Entschlossenheit an den Tag gelegt. Doch der Konjunktiv hat noch nie Spiele gewonnen, und Satz eins ging in der Verlängerung verloren. Gegen einen Köpenicker SC, bei dem Trainer Alberto Salomoni sich den Luxus leistete, mit der 17-jährigen Saskia Hippe weitestgehend auf eine seiner Leistungsträgerinnen zu verzichten, fehlten dem USC am Satzende Mut und Qualität. Zu viele leichte Fehler machten die Münsteranerinnen, blieben immer wieder im Block hängen. Nur Blockerin Andrea Berg – angeschlagen in die Partie gegangen – setzte über die Außenposition kommend immer wieder Akzente. Doch das reichte den Gastgeberinnen nicht zum Satzgewinn.

Uninspiriert, und zudem mit einer Menge technischer Fehler, holperte Münster durch den zweiten Abschnitt. Köpenicks Ilona Farkowsa kam praktisch aus allen Lagen zum Abschluss. War sie einmal nicht da, fand die 17-jährige KSC-Zuspielerin Sandra Sydlik andere Abnehmerinnen.

Hoffnung nur von kurzer Dauer

Von einem Blitzstart beseelt schien sich die Lage für die Unabhängigen deutlich zu bessern. Hier blitzte immer wieder so etwas wie Esprit auf, wurden Spielzüge gezeigt, die klar und kompromisslos zu Ende gespielt wurden. Ein Strohfeuer, das sollte sich zeigen als der USC nach 23:16- und 24:18-Führung den Set noch so gerade eben nach Hause rettete. Wie die Schlussphase dieses Satzes sich gestaltete, so ging es im vierten weiter. Bei 1:7 hatte Büring bereits beide Auszeiten aufgebraucht, der KSC zog auf 10:1 davon. Der angeschlagenen Andrea Berg musste der USC-Coach bereits bei 1:5 eine Pause zubilligen, bei 5:15 kam die Kapitänin wieder aufs Feld. Längst war das Match verloren, auch wenn Büring mit Wechseln noch alles versuchte.

Es war eine Niederlage, die auch wenn es in dieser Playdown-Runde um reineweg gar nichts mehr geht, bitter war. Bitter, weil sie zeigte, dass der USC im Spieljahr 2007/08 genau da hingehört, wo er in der Tabelle steht: Auf dem vorletzten Rang.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)