Archiv für April 2008

USC: Zum Kehraus noch ein Sieg

Montag, 14. April 2008

Eines hatten sich der Trainer und die Volleyballerinnen des USC Münster zum letzten Playdown-Spieltag in der Bundesliga am Sonntag vorgenommen: Auf der Rückfahrt mehr Spaß zu haben als auf der Hinfahrt tief in Deutschlands Süden morgens um fünf.

Und es hat geklappt: Zwar gestaltete sich der Kehraus dieser für die Münsteranerinnen ärgerlichen Saison beim Schlusslicht TSV Sonthofen im Kellerderby als zähes Ringen, doch traten die Unabhängigen mit einem 3:1 im Gepäck die etwa 700 Kilometer lange Heimreise nach Westfalen an. Beim 25:8, 38:36, 15:25 und 30:28 setzte das Ensemble von Coach Axel Büring nochmal in drei Sätzen Extremwerte.

Sonthofen zum Start überrollt 

„Sicher, es war hoch dramatisch. Um so mehr haben wir uns nach diesem Spiel und dem Saisonabschluss ein Bierchen verdient“, resümierte Büring. Im ersten Durchgang hatten die Münsteranerinnen – der langen Anreise zum Trotz – die Gastgeberinnen aus dem Allgäu förmlich überrannt. Mit Regisseurin Doreen Engel, Andrea Berg und Gwen Horemans im Block und den Angreiferinnen Anika Brinkmann, Johanna Barg und Ines Bathen klappte beim USC praktisch alles.

Im zweiten Durchgang hatte sich Sonthofen gefangen und zwang die Unabhängigen in die Satzverlängerung, die ihrerseits fast Tiebreaklänge erreichte. Büring hatte hier bereits die angeschlagene Kapitänin Andrea Berg (Knie) vom Feld nehmen müssen. Dennoch gingen die Westfälinnen mit 2:0 nach Sätzen in Front, nachdem in der Satzverlängerung klasse Niveau geboten wurde und zwei Rotationen lang praktisch keine Eigenfehler bei beiden Mannschaften zu zählen waren. Der Spannungsabfall danach allerdings kostete Münster klar und deutlich den dritten Set.

3:1 nach 109 Minuten 

Und auch im vierten sah es lange nicht so aus, als sollte der USC ohne Tiebreak auskommen. 16:20 lag der Vorletzte beim Schlusslicht schon hinten, doch fing sich das Team gerade noch rechtzeitig. Wie im zweiten Abschnitt ging es im Schlussspurt hin und her, Satzbälle hier für Sonthofen, Matchbälle dort für Münster. Nach 109 Minuten dann hatte der USC dann das bessere Ende für sich.

Nun haben die Unabhängigen fast genau ein halbes Jahr Pause vor sich, bis die Bundesliga-Saison 2008/09 startet. Und eines ist klar: Eine Serie wie diese, die schlechteste, die die Münsteranerinnen seit Bestehen der 1. Bundesliga abgeliefert haben, wollen sie nie wieder spielen.
(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

USC verabschiedet sich mit Tiebreak-Niederlage

Samstag, 12. April 2008

Zwar war es knapp, doch am Ende hat es für den Volleyball-Bundesligisten USC Münster nicht gereicht, sich in der Saison 2007/08 mit einem Sieg vom heimischen Publikum zu verabschieden. Mit 2:3 unterlag das Büring-Team NA Hamburg.

Immerhin sahen die gut 500 Zuschauer am Berg Fidel am Freitagabend ein ordentliches Playdown-Match, bei dem die Hanseatinnen nach 110 Spielminuten mit 22:25, 25:21, 25:18, 22:25 und 15:9 die Oberhand behielten. Damit gewannen die Spielerinnen von Helmut von Soosten und Michael Schöps nun auch den vierten Vergleich zwischen beiden Teams in dieser Bundesliga-Serie.

Punktballchancen nicht verwertet

Axel Büring, der auf die verletzte Tatjana Zautys ganz verzichten, und mit Lisa Thomsen und Andrea Berg zwei Leistungsträgerinnen angeschlagen spielen lassen musste, wollte daher seine Sechs nicht zu stark in die Kritik nehmen. „Insgesamt haben wir ein spannendes Match auf gutem Niveau gesehen, vor allem wenn man bedenkt, unter was für Bedingungen die Teams angetreten sind“, so der Amelsbürener mit Seitenblick auf die sportlich gesehen bedeutungslose Playdown-Runde. „Gerade Lisa und Andrea haben sensationell agiert, dafür, dass bis gestern nicht klar war, ob sie überhaupt spielen können.“ Allerdings übersah der Coach auch nicht die Probleme: „Wir waren im dritten Satz fünf Minuten lang überhaupt nicht wach und haben übers ganze Spiel gesehen zu häufig unsere Punktball-Chancen nicht verwertet.“

Guter Start

Das galt allerdings nicht für den ersten Satz, in dem sich der USC gegen die favorisierten Hamburgerinnen praktisch keine Eigenfehler erlaubte, gut servierte und die Hamburger Annahme-Probleme konsequent nutzte. Die Satzführung war absolut verdient, und auch im zweiten Durchgang spielten beide Kontrahenten auf einem Niveau – der USC jedoch nur bis zum 21:21. Denn nach der folgenden NA-Auszeit machten die Gäste vier Punkte in Folge und glichen aus.

Doch damit nicht genug: Auch die nächsten fünf Punkte im dritten Set gingen an die Hanseatinnen, bei denen vor allem die Ex-Münsteranerin Kerstin Ahlke konsequent punktete. Erst bei 2:10 fingen die Unabhängigen an sich zu berappeln, doch da war es für den Satzgewinn natürlich schon viel zu spät. Positiv beim USC allerdings war die Tatsache, dass die Mannschaft – geführt von der immer wieder über die Mitte punktenden Andrea Berg - mit neuer Energie in den vierten Abschnitt ging. Dass der USC erst seinen vierten Satzball zum 2:2 verwertete, musste nicht wirklich stören.
Wie im dritten Satz verdaddelten die Münsteranerinnen den Start in den Tiebreak vollkommen. Es war wieder eine dieser Phasen, die sich der USC in so vielen Partien dieser Saison erlaubte. 1:7 nach kaum fünf Minuten – das war einfach nicht mehr aufzuholen.

Nach nun 19 Niederlagen aus 25 Bundesliga-Spielen haben die Unabhängigen am Sonntag die Chance, die Saison immerhin mit einem Sieg abzuschließen. Im letzten Match der Serie 2007/08 ist Münster dann beim Schlusslicht TSV Sonthofen zu Gast.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

USC kann gegen Köpenick nicht gewinnen

Sonntag, 06. April 2008

Null Punkte, 2:12 Sätze – das ist die Bilanz, die für den Volleyball-Bundesligisten USC Münster in dieser Saison gegen den Köpenicker SC in die Statistiken eingehen wird.

Mit 1:3 (24:26, 18:25, 25:23, 10:25) unterlagen die Elevinnen von Trainer Axel Büring am Freitagabend der jungen Truppe aus der Hauptstadt im Rückspiel der Playdown-Runde. Damit ist auch die bis dato makellose Heimbilanz 2008 am Berg Fidel für die Unabhängigen beendet.

Ohne Thomsen und Zautys

Vor etwa 400 unentwegten Fans im Volleydrom entwickelte sich eine in ihren besten Phasen durchschnittliche Partie. Dem USC sei noch zu Gute zu halten, dass er ohne Libera Lisa Thomsen und Tatjana Zautys auskommen musste, zudem verletzte sich im Abschlusstraining auch noch die als Thomsen-Ersatz eingeplante Steffi Golla aus der Reserve am Oberschenkel und musste passen.

„Wir haben in drei Formationen gespielt, in denen wir so noch nie vorher aufgelaufen sind“, resümierte USC-Coach Axel Büring unmittelbar nach dem Match. Zufrieden, so der 40-Jährige, könne er nur mit dem dritten Durchgang sein. „Der vierte Satz allerdings war absolut indiskutabel!“

Entschlossenheit fehlt

Möglicherweise wäre es ein wenig anders gelaufen, hätten die Unabhängigen im ersten Set mit etwas mehr Entschlossenheit an den Tag gelegt. Doch der Konjunktiv hat noch nie Spiele gewonnen, und Satz eins ging in der Verlängerung verloren. Gegen einen Köpenicker SC, bei dem Trainer Alberto Salomoni sich den Luxus leistete, mit der 17-jährigen Saskia Hippe weitestgehend auf eine seiner Leistungsträgerinnen zu verzichten, fehlten dem USC am Satzende Mut und Qualität. Zu viele leichte Fehler machten die Münsteranerinnen, blieben immer wieder im Block hängen. Nur Blockerin Andrea Berg – angeschlagen in die Partie gegangen – setzte über die Außenposition kommend immer wieder Akzente. Doch das reichte den Gastgeberinnen nicht zum Satzgewinn.

Uninspiriert, und zudem mit einer Menge technischer Fehler, holperte Münster durch den zweiten Abschnitt. Köpenicks Ilona Farkowsa kam praktisch aus allen Lagen zum Abschluss. War sie einmal nicht da, fand die 17-jährige KSC-Zuspielerin Sandra Sydlik andere Abnehmerinnen.

Hoffnung nur von kurzer Dauer

Von einem Blitzstart beseelt schien sich die Lage für die Unabhängigen deutlich zu bessern. Hier blitzte immer wieder so etwas wie Esprit auf, wurden Spielzüge gezeigt, die klar und kompromisslos zu Ende gespielt wurden. Ein Strohfeuer, das sollte sich zeigen als der USC nach 23:16- und 24:18-Führung den Set noch so gerade eben nach Hause rettete. Wie die Schlussphase dieses Satzes sich gestaltete, so ging es im vierten weiter. Bei 1:7 hatte Büring bereits beide Auszeiten aufgebraucht, der KSC zog auf 10:1 davon. Der angeschlagenen Andrea Berg musste der USC-Coach bereits bei 1:5 eine Pause zubilligen, bei 5:15 kam die Kapitänin wieder aufs Feld. Längst war das Match verloren, auch wenn Büring mit Wechseln noch alles versuchte.

Es war eine Niederlage, die auch wenn es in dieser Playdown-Runde um reineweg gar nichts mehr geht, bitter war. Bitter, weil sie zeigte, dass der USC im Spieljahr 2007/08 genau da hingehört, wo er in der Tabelle steht: Auf dem vorletzten Rang.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)