Ein gern gesehener Gast
Die Dinge nehmen ihren Lauf, am 13. April fällt in der Damenvolleyball-Bundesliga der letzte Vorhang. Nicht wenige in Reihen des USC Münster werden froh sein, wenn die Uhr endlich abgelaufen ist. Weil die Unabhängigen in der normalen Ligarunde nur fünf von 20 Begegnungen gewannen, spielen sie die Meisterschaftsserie nun in den Play-downs zu Ende. Im ersten Spiel am vergangenen Dienstag besiegten sie Schlusslicht TSV Sonthofen 3:0. Morgen Abend (Anpfiff 20 Uhr) sind sie bei NA. Hamburg gefordert.
Zumindest vor eigenem Publikum hat der USC zuletzt gute Leistungen gezeigt. Fünf Mal in Serie siegte er in diesem Jahr bereits. Auswärts hingegen ist der Knoten noch nicht geplatzt. Nach wie vor ist lediglich ein Erfolg notiert: bei den Juniorinnen vom VC Olympia Berlin. Eine erschreckend schwache Bilanz.
In den nächsten Tagen wird sich Münster um kosmetische Verbesserungen bemühen. Die erste Chance bietet sich morgen in Hamburg. Es ist jener Ort, an dem für den USC im Oktober vergangenen Jahres die Saison begann. Mit einer 2:3-Niederlage. Zwei Matchbälle vergab der Tabellenneunte seinerzeit. Vielleicht wäre einiges anders gelaufen, wenn – ach, lassen wird das.
Das Kräftemessen in Hamburg ist ein Duell der Enttäuschten. Denn auch die Hanseatinnen verpassten ihr Saisonziel trotz Teilnahme am Pokalfinale (1:3 gegen Suhl) klar. Trainer Helmut von Soosten sprach vor der Saison von Platz vier, ein Sprecher des neuen Hauptsponsors wollte das Team sogar auf dem dritten Rang sehen. Schlussendlich rutschte Hamburg als Siebter durch das Meisterrundensieb. Die Musik spielt nun woanders.
Den Auftakt in den Play-downs setzte Hamburg in den Sand. In Köpenick unterlag das Team 1:3. „Uns fehlte das Durchsetzungsvermögen im Angriff. Und auch die kämpferische Einstellung stimmte nicht“, sagte von Soosten. Der USC sollte morgen Abend nicht chancenlos sein. „Die Qualität wird immer besser. Was Punkte und Leistungen angeht, sind wir eigentlich schon seit Dezember im Soll“, so Trainer Axel Büring.
Vier Wochen noch, dann endet für die Unabhängigen die Saison. Längst beschäftigen sich die Verantwortlichen mit den Planungen für die nächste Serie. Die Verträge von Tatjana Zautys, Jil Döhnert, Gwendoline Horemans, Tasia Ryschkowa und Kaitlin Leck laufen aus. Im Fall von Horemans hat sich der Club bereits erklärt – er möchte die Belgierin gern halten. Natürlich schaut sich der deutsche Rekordmeister auch nach Neuzugängen um. „Die Bayern haben Luca Toni und Ribery verpflichtet. Sportler dieses Kalibers können wir uns nicht leisten. Wir müssen junge und ehrgeizige Spielerinnen finden, die unbedingt besser werden wollen“, erklärt Büring.
(Quelle: Westfälische Nachrichten)