Kater nach Schwerin-Party

Es war wie im richtigen Leben: der Party folgte der Kater. Knapp 48 Stunden nach dem Favoritensturz und dem 3:2 über den Schweriner SC wurden die Volleyballerinnen des USC Münster gestern wieder auf den Hallenboden zurückgeholt. Mit 1:3 (25:14, 18:25, 23:25, 16:25) hatte der Damen-Bundesligist zum Abschluss der Normalrunde beim 1. VC Wiesbaden das Nachsehen.

Zumindest im ersten Durchgang schien das USC-Team den Rückenwind vom Freitag noch mitzunehmen. Erfrischend deutlich mit 25:14 ging der Satz an die Unabhängigen. „Wir haben in dieser Phase gut aufgeschlagen und wenige Eigenfehler produziert. Allerdings wirkten die Wiesbadenerinnen in diesem Satz auch sehr verkrampft, sogar schlecht“, ordnete Axel Büring den ersten Durchgang ein.

Den Gastgeberinnen war der Druck des Endspiels um Platz sechs und damit der letzten Fahrkarte für die Endrunde zunächst deutlich anzumerken. Nach den Turbulenzen der letzten Wochen und der Trennung von Trainer Luis Ferradas wirkte sich die Anspannung vor 1100 Zuschauern zunächst nicht positiv aus.

Anschließend aber fand Tanja Hart, die als Interims-Coach auf der Wiesbadener-Bank Regie führte, die richtigen Worte – und den 1. VC gegen ihren Ex-Klub in die Spur. Doch der USC hakte die Partie keineswegs frühzeitig ab. Denkbar knapp hatte er mit 23:25 im dritten und wohl vorentscheidenden Satz das Nachsehen. In der Abwehr auf der Hut, ließen die Gäste dabei (zu) viele Chancen aus, um sich eine vielversprechendere Ausgangslage zu verschaffen. „Dieser Satz hätte genau so gut für uns laufen können. Er war aber auf jeden Fall vorentscheidend für den Ausgang des Matches“, sahen sich Büring und der USC danach nämlich einem entfesselten und sehr sicher aufspielenden 1. VC gegenüber, der sich nun förmlich in einen Rausch spielte. „Der dritte Satz hatte sehr gutes Bundesliga-Niveau. Überhaupt stimmte in den ersten drei Abschnitten unsere Leistung“, bilanzierte Büring. Physische Probleme nach dem Fünf-Satz-Sieg vom Freitag ließ der Trainer nicht gelten, „denn auch Wiesbaden musste in Vilsbiburg über fünf Sätze gehen.“

Für den USC Münster geht es in der Play-Down-Runde bereits in gut einer Woche weiter. Am 11. März erwartet das Büring-Ensemble dann um 20.15 Uhr den TSV Sonthofen. Für diese Partie und den Saisonausklang in sechs Akten ist der USC keinesfalls ziellos. „Diese Spiele sehe ich als Vorbereitung und Empfehlung für die neue Saison an. Es geht zudem darum, für den Volleyball und vor allen Dingen für den Verein Werbung zu betreiben“, sagt der 40-Jährige. Die Tatsache, dass die Formkurve im Jahr 2008 – ausgenommen das Dresden-Desaster – nach oben zeigt, spricht für eine erfolgreiche Umsetzung.

Während es mit der Auswärtspartie am 20. März bei NA Hamburg weitergeht, ist der Köpenicker SC am 23. März Gastgeber und dritter Kontrahent. Die weiteren Spiele: USC gegen Köpenicker SC (29./30. März), USC gegen NA Hamburg (11. April) sowie TSV Sonthofen gegen USC (13. April).

(Quelle: Westfälische Nachrichten)

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