Büring: Niemand ist verängstigt
Donnerstag, 28. Februar 2008Wie bescheiden auch immer die Bundesliga-Saison für den USC Münster bisher gelaufen ist – die Spielplan-Choreographie hält für das hiesige Volleyball-Publikum doch noch einen Leckerbissen zum letzten Heimspiel der Normalrunde bereit.
Am Freitagabend (19.30 Uhr) kommt nämlich mit dem Schweriner SC einer der drei Meisterschaftsfavoriten an den Berg Fidel. Nach seinem überragenden 3:0 zuletzt gegen den dadurch entthronten Spitzenreiter Rote Raben Vilsbiburg, gelten die Mecklenburgerinnen sogar als Topfavorit. Es wird für längere Zeit der letzte Auftritt einer deutschen Spitzenmannschaft in Münster sein, denn der USC selbst wird nach Ende der sogenannten Meisterschaftsrunde in die Playdowns gehen und mit den drei weiteren Leidensgenossen, die es nicht in die Endrunde geschafft haben, die Plätze sieben bis zehn ausspielen. Nicht wenige sagen, dass es hier nur noch um die Goldene Ananas geht.
Chance, sich zu rehabilitieren
Auch USC-Trainer Axel Büring freut sich auf den Tabellenführer und amtierenden Pokalsieger. Schließlich bietet sich der Mannschaft die Gelegenheit, sich für die schwache Leistung vom letzten Samstagabend, als der USC beim 0:3 in Dresden derbe unter die Räder kam, zu rehabilitieren. Einfach zu zeigen, dass man gegen die deutsche Spitze an einem guten Tag auch mithalten kann. Wie es zum Jahresausklang bei der Tiebreak-Niederlage gegen die Roten Raben schon geschehen ist.
Gefahr besteht
Diese Chance also hat das Büring-Ensemble, gleichermaßen droht natürlich auch die Gefahr, dass es wieder ein ernüchternder Abend ist. Denn die vom Norweger Tore Aleksandersen trainierten Schwerinerinnen sind ist sensationell guter Verfassung. Mehrere Male hat sich Büring das Video vom 3:0 des SSC über die schwer gefledderten Raben angeschaut, in dem die Gäste in keinem Satz die 20-Punkte-Marke erreichten. „Das war ein sehr beeindruckendes Ergebnis nach einem sehr beeindruckendem Match. Auch in der Höhe war das absolut verdient. Schwerin hat wie aus einem Guss gespielt“, lobt Büring.
Die Umbauarbeiten von Aleksandersen haben nach Bürings Ansicht voll eingeschlagen. Die Hereinnahme der 18-jährigen Denise Hanke in die Regiezentrale, die Rückkehr der zuvor diagonal eingesetzten Patti Thormann auf ihre angestammte Position im Block neben Cathrin Schlüter. Mit der 1,98-Riesin Tina Gollan und der weißrussischen Routinesse Angela Kriwarot „haben die dann auf Außen zwei Totmacher“, formuliert es Büring.
Geballte Qualität
Hält es der USC-Coach angesichts dieser geballten Qualität beim SSC für sinnvoll, seinem mental in dieser Saison nicht gerade stabilem Ensemble das oben genannte Video vorzuspielen? „Natürlich werde ich den Mädels das zeigen. Wir müssen uns schließlich auf die Schweriner Spielweise einstellen“, gibt der 40-Jährige zu bedenken. Verängstigt, antwortet Büring auf die entsprechende Frage, sei niemand im USC-Kader. In der Formulierung des Vorhabens für Freitag ist Büring allerdings etwas vorsichtiger geworden: Er sagt nicht mehr, dass sich sein Team nicht verstecken wird, wie vorm Dresden-Spiel. Diesmal ist die Diktion anders: „Wir haben das Ziel, uns nicht zu verstecken.“ Die Enttäuschung über die Teamleistung letzten Samstag ist noch nicht ganz weggewischt. Indes sagt der Amelsbürener: „Ich habe im Training eine Reaktion auf das 0:3 gespürt. Und ich weiß, dass alle willens sind, am Freitag eine ganz andere Vorstellung abzuliefern.“
Die „harte Nummer“ Schwerin kann Axel Büring mit allen Kaderspielerinnen angehen. Bis auf die üblichen Wehwehchen sind in der Trainingswoche keine Blessuren aufgetreten.
(Quelle: Echo-Münster / Lutz Hackmann)