Schwächeperioden kosten USC den möglichen Sieg

Das war in dieser Saison ein neues Gefühl für die Volleyballerinnen des USC Münster, auf das sie allerdings wohl gerne verzichtet hätten: Erstmals in der laufenden Serie 2011/2012 verlor das Ensemble von Trainer Axel Büring zwei Bundesligaspiele in Folge.

Nach dem 2:3 am letzten Sonntag gegen den Deutschen Meister Schweriner SC mussten die Unabhängigen am Samstagabend dem bekannt heimstarken Gastgeber 1. VC Wiesbaden mit 1:3 den Vortritt lassen. Das Quantum an Glück, das sich der USC in dieser Saison schon ab und an erarbeitet hatte – zuletzt ja noch beim 3:2 gegen den SC Potsdam im vorletzten Heimspiel – schlug vor kanpp 1100 Zuschauern in der Halle am 2. Ring diesmal für den Gegner aus. Nach 119 Minuten Nettospielzeit hatten die Hessen mit 25:17, 24:26, 25:21 und 30:28 knapp den Tiebreak abwehren können und machen damit zwei Punkt auf den Tabellenvierten aus Westfalen gut.

Wiley beginnt

Nach der Erkältung von Kapitänin Andrea Berg unter der Woche, entschied sich Büring, neben den derzeit gesetzten Michaela Jelinkova (Zuspiel), Hana Cutura, Lonneke Sloetjes, Ines Bathen (Angriff), die US-Amerikanerin Mindi Wiley neben Lea Hildebrand in Block beginnen zu lassen. Die 23-Jährige allerdings musste ihren Platz recht früh räumen, bei 9:13 schickte Büring dann Berg für Wiley ins Rennen. Nach einer eigentlich recht ausgeglichenen Anfangsphase, die zunächst Wiesbaden leicht vorne sah (8:6) fing sich Münster mit seiner Kapitänin auf dem Feld und hatte sich schnell wieder auf 15:15 herangekämpft. Doch irgendwie schafften es die Gäste nicht, diese psychisch vorteilhafte Situation auszunutzen. Im Gegenteil: Auf einmal klappte kaum noch was, bei 15:18 nahm Büring seine zweite Auszeit, dann brachte er nacheinander Kristin Kasperski, Sina Fuchs und Zuspiel-Youngster Tess von Piekartz – ohne Erfolg, 22:16 führten die Hessen und spielten auch den Rest-Satz problemlos runter.

USC gleicht aus

Büring ließ für den zweiten Durchgang dann zunächst Fuchs für Bathen auf der Außen-Annahmeposition weitertun, änderte das erst gegen Satzmitte. Münster zeigte sich deutlich verbessert gegenüber dem ersten Set und schien nun richtig angekommen in der Halle am Konrad-Adenauer-Ring. Fast gleichauf (meist leichte USC-Führungen) lagen die Teams bis weit in den Satz hinein, dann war es ein Zwischensprint der Unabhängigen, der für das 20:17 sorgte – ein Vorsprung, von dem die Gäste im Satz-Finish noch zehren sollten. Mit dem zweiten Satzball war der Ausgleich perfekt.

Aufholjagd verpufft

Doch nahm sich danach Münster ein Stück zurück, respektive Andy Vollmers Wiesbadenerinnen machten – vor allem über den dem USC am Samstag überlegenen Angriff – wieder erhöhten Druck. Das liegt im Auge des Betrachters. Auf jeden Fall gehörte die erste Hälfte des dritten Durchgangs den Hessen, die streckenweise drei bis fünf Ballpunkte zwischen sich und ihren Gegner legen konnten. Parallele zum ersten Set: Auch hier schaffte der USC es, nach einem scheinbar uneinholbaren Rückstand von 10:16 noch, bei 20:20 auszugleichen. Vergebliche Liebesmüh sollte sich herausstellen, mit 5:1 Punkten in Folge sorgte Wiesbaden für einen doch noch souveränen Satzgewinn zum 2:1.

17:11-Führung verspielt

Spielentscheidend war dann schließlich die große Schwester der bisherigen USC-Schwächeperioden in dieser Partie. Man kann es kaum anders nennen, die Münsteraner brachten sich selbst um einen möglichen Erfolg, zumindest aber um den Tiebreak, der bei einer 17:11-Führung (!) Gestalt anzunehmen schien. Bei 20:20 war der schöne Vorsprung dahin, und nun hatten die Gastgeber – natürlich auch mit der Halle im Rücken – die entscheidende Nuance mehr zuzusetzen im Endspurt. Das konnten auch die auf USC-Seite überragenden Angreiferinnen Lonneke Sloetjes (22 Punkte) und Hana Cutura (16) nicht verhindern. Schließlich waren es die Wiesbadenerinnen, die nach 119 Minuten den allerletzten Punkt machten, und sich damit auch für das 0:3 im Hinspiel revanchierten.

Büring: “Keinen Vorwurf machen!”

Axel Büring war nach der Niederlage natürlich enttäuscht, aber nicht sauer: “Emotional und vom Engagement kann ich keiner Spielerin einen Vorwurf machen”, so der 44-Jährige, der allerdings auch gestand, dass sein Team sowohl im Zuspiel, als auch im Block schon deutlich bessere Tage hatte. Büring weiter: “Solche Sachen wie im vierten Satz passieren im Volleyball, dafür gibt es viele Faktoren. Was mich ärgert ist, dass wir den ersten Set nicht offen gestalten konnten. Ansonsten war es ein Match auf Augenhöhe.”

Ein Beinbruch ist die sechste Saisonniederlage für die Westfalen nicht, allerdings hat der Liga-Vierte in diesem Monat auch noch Aufgaben gegen Spitzenreiter Vilsbiburg, den immer noch amtierenden Pokalsieger SA Stuttgart, gegen den direkten Verfolger VfB Suhl und beim Überraschungsteam KSC Berlin zu absolvieren. Die Luft im Kampf um den Play-off-Platz vier, der für das Büring-Team ein überragendes Ergebnis wäre, wird nach der Wiesbaden-Niederlage in jedem Fall dünner.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

SSC beendet die USC-Serie im fünften Satz

Nach 115 Spielminuten hatte sich der USC Münster nicht selbst belohnt: Mit 2:3 (22:25, 17:25, 25:22, 25:20 und 8:15) im Klassiker gegen den amtierenden Deutschen Meister Schweriner SC mussten die Unabhängigen am Sonntag im Volleydrom vor der Rekordkulisse von 2715 Fans dem SSC den Vortritt lassen.

Zudem beendeten die Mecklenburger eine bemerkenswerte Serie: Seit dem 10. Februar 2011 (0:3 gegen Stuttgart) hatte das Ensemble von Trainer Axel Büring daheim kein Ligaspiel mehr verloren. Vermeintlich hoffnungslos hinten hatten die Münsteranerinnen in eigener Halle hintengelegen, klar waren die beiden ersten Sätze an die Gäste gegangen: Doch der USC gab sich nicht auf, und war dabei, die Partie zu drehen. Im Tiebreak jedoch setzte sich überragende Schweriner Kaderqualität dann durch.

Schwerin ist besser

Büring hatte auf dieselbe Startaufstellung wie am Mittwoch beim 3:2 gegen Potsdam gesetzt. Und die lieferte sich gegen die vom Niederländer Teun Buijs trainierten Schwerinerinnen um Hauptangreiferin Mira Topic und Zuspielerin Denise Hanke zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Champion. Mal war Münster einen Punkt vor, mal Schwerin, den Durchbruch schafften die Gäste dann, als sie aus einem 9:10 binnen kürzester Frist auf 16:12, und später sogar 19:12 davonzogen. Immerhin stemmten sich die Unabhängigen auch bei 17:24 noch mutig gegen den Setverlust und nötigten dem SSC sechs Satzbälle ab, ehe das Buijs-Team in Front lag.

Positiven Schwung brachte die Aufholjagd in Durchgang zwei allerdings nicht ins USC-Spiel. Schwerin demonstrierte sein Potenzial, war in eigentlich allen Mannschaftsteilen besser und brachte recht schnell eine deutliche Distanz zum Bundesliga-Rekordmeister zustande. Vor allem über die Mitte und Schnellangreiferin Berit Kauffeldt punktete der Gast. Beim USC – Büring hatte zum Satzbeginn im Block zunächst Mindi Wiley für Lea Hildebrand gebracht – konnte das Kollektiv nichts gegen die Schweriner übermacht unternehmen, unterm Strich spiegelt das 25:17 der Mecklenburgerinnen die Kräfteverhältnisse korrekt wider.

Der USC kommt zurück ins Spiel

Mag sein, dass der USC nun von mentalem Druck frei war – wer sollte jetzt noch einen Sieg erwarten? – mag sein, dass die geänderte Rotation zum dritten Setbeginn ein Mosaikstein war. Auf jeden Fall weigerten sich die Unabhängigen, dem Tabellennachbarn die Punkte so einfach zu überlassen. In allen Elementen legten die Gastgeber nun zu, das Spiel wurde genauer und auch für den Gegner schwerer auszurechnen. So entwickelte sich ein Satz, in dem Münster zwar nicht wirklich dominierte, aber nach einem Mini-Spurt von 5:5 auf 8:5 durch die Bank führte. Und diese Führung auch zu verteidigen wusste. Angreiferin Lonneke Sloetjes wurde sicherer, insgesamt 18 Punkte machten die niederländischen Nationalspielerin zum erfolgreichsten Angreiferin des Nachmittags. Münster hatte auch das Selbstvertrauen, nach Schwerins Anschluss zum 21:22 seinen Stiefel weiter durchzuziehen und sorgte für einen vierten Satz am Berg Fidel.

SSC-Serien im Tiebreak

Die Unabhängigen schafften es nun auch hier, Spannung und Level zu halten, während es den Mecklenburgerinnen nicht gelang, das Niveau aus den ersten beiden Durchgängen, in dem der SSC ja eine praktisch fehlerfreie Vorstellung abgeliefert hatte, wiederzuerlangen. „Wir haben in den Sätzen drei und vier viel besser gespielt und uns wieder reingekämpft“, beobachtete Büring. Der USC bescherte sich und den nun glänzend aufgelegten Fans den Tiebreak, doch zwei Schwerinerinnen brachten die Westfalen früh aus dem Tritt: Aufschlagserien von Denise Hanke und danach Anne Buijs sorgten für Zwischenstände von 6:2 und 11:6 für die Gäste. „Damit haben sie uns früh den Zahn gezogen“, bedauerte Büring, „da hat man aber auch gemerkt, dass uns die Sätze drei und vier sehr viel mentale Kraft gekostet haben!“ Mit dem zweiten Matchball beendete der Meister das Gipfeltreffen der beiden Ersten der ewigen Bundesliga-Tabelle. Für den USC war es die fünfte Saisonniederlage. Und Büring wird sich in seiner Einschätzung von vorm Serienstart bestätigt fühlen: „Schwerin, Dresden und Vilsbiburg sind schon einen Tick besser als die Verfolger!“ Der 44-Jährige gewann am Sonntag auch eine weitere Erkenntnis: „Schwerin hat uns gerade in den ersten beiden Sätzen gezeigt, welches Niveau wir spielen müssen, um da ganz oben mitzuspielen!“

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

3:1 beim VCO – kein Glanzlicht, aber die Punkte gehen an den USC

Ein Glanzstück war es nicht, was der USC Münster am Samstagabend in Berlin vollbrachte, doch die Punkte konnten Axel Bürings Bundesliga-Volleyballerinnen mit nach Hause nehmen: Mit 3:1 (23:25, 27:25, 25:19, 25:18) bezwangen die Westfalen den Tabellenletzten VC Olympia.

Da gleichzeitig Verfolger VF Aurubis Hamburg mir 1:3 dem Liga-Primus Rote Raben Vilsbiburg unterlag, vergrößerten die Unabhängigen der Vorsprung auf vier Punkte zu Rang fünf und festigten mit dem zwölften Saisonsieg im 16. Spiel den vierten Platz.

Kein Qualitätsunterschied

Allerdings war auf dem Feld zunächst von dem eklatanten Unterschied in der Tabelle nicht viel zu sehen. Zumindest – aus USC-Sicht – zu kurz. Denn zunächst entwickelte sich eine gute Viertelstunde lang alles planmäßig bei den Gästen. Büring hatte in der Startformation einen Wechsel im Vergleich zum 3:0 gegen Sinsheim vorgenommen: Für Kapitänin Andrea Berg fing im Mittelblock neben Lea Hildebrand die US-Amerikanerin Mindi Wiley an. Über 13:8 setzten sich die Münsteranerinnen auf 20:13 ab, eine vermeintlich standesgemäße und sichere Führung. Doch es kam anders. Mit einer sehr starken Aufschlagserie meldete sich Berlin zurück, die von Juniorinnen-Bundestrainer Han Abbing gecoachten DVV-Youngsters holten Punkt um Punkt auf, Bürings Auszeiten bei 20:16 und 20:19 fruchteten nicht – oder nicht genügend. Auf der Zielgeraden fingen die jungen Olympionikinnen das deutlich erfahrenere Team noch ab. Sowas läuft eigentlich anders herum, und deshalb herrschte beim USC nach dem 23:25-Satzverlust etwas Ratlosigkeit.

„Es stand auf der Kippe!“

Büring, der schon im ersten Set Kristin Kasperski auf der Diagonalen für Lonneke Sloetjes gebracht hatte, ließ im zweiten Durchgang die lange Ex-Schwerinerin auf dem Feld. Zudem löste Berg in der Mitte Wiley ab. Kasperski machte ihre Sache zwar gut, doch das Ensemble des USC funktionierte erstmal nur stockend. Zwar retteten die Westfalen noch eine 8:6-Führung in die erste Auszeit, bei der zweiten dann lag der VCO mit 16:12 schon ziemlich deutlich vorn. Bis 22:21 behaupteten die DVV-Juniorinnen ihre Führung, doch diesmal hatte der USC das bessere Ende mit 27:25 für sich. Ein bisschen glücklich, „aber auch mit einer gewissen Qualität“, wie Büring fand, auch weil der USC einen Satzball abwehren musste. „Da stand das ganze Spiel auf der Kippe“, erkannte der 44-Jährige sehr wohl die Bedeutung des Ausgleichs.

Berlin baut ab

Das konstant hohe Niveau, das die jungen Berlinerinnen zwei Sätze lang an den Tag gelegt hatten, konnten sie nach dem zweiten Seitenwechsel nicht mehr in der Form halten. Münster dagegen steigerte sich, so dass die beiden folgenden Durchgänge die Nerven des Trainerteams an der Seitenlinie nicht zu sehr beanspruchten. Zwar waren die Gastgeber bei 13:12 im dritten Set nochmal kurz vorn, doch schnell übernahmen die Unabhängigen die Führung wieder und ließen sich mit stark verbessertem Bereich Block/Feldabwehr die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Beste Punktesammlerinnen beim USC waren in Berlin Blockerin Lea Hildebrand und Sloetjes, die jeweils 15 Mal den Ball auf gegnerischen Boden brachten.

Redebedarf

„Nein, richtig souverän war das alles nicht“, gestand Büring. Auch wenn die gewissermaßen eingeplanten Punkte aufs USC-Konto kommen, will der Coach das Match nicht einfach nur abhaken. „Das werden wir tun, wenn wir miteinander darüber geredet haben! Wir müssen schneller in der Lage sein, den Druck zu erhöhen.“ Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt Büring allerdings mit seinem Team nicht: Am Mittwochabend bereits (19.30 Uhr) wartet mit dem SC Potsdam der nächste Gegner am Berg Fidel.

(Quelle:Echo-Münster/Lutz Hackmann)

USC erlaubt Sinsheim keinen Satzgwinn

Auf dem Papier sah es nach einer Pflichtaufgabe aus, schließlich ging der USC Münster als Gastgeber und Tabellenvierter in die Partie gegen den Drittletzten envacom volleys Sinsheim. Doch zumindest im ersten Set mussten sich die Unabhängigen ganz schön strecken. Am Ende allerdings stand dann ein 3:0 (28:26, 25:15, 25:20) des Ensembles von Trainer Axel Büring.

Etwas überraschend hatte sich der USC-Coach vor 1412 Zuschauern am Berg Fidel dafür entschieden, Sina Fuchs für Ines Bathen in die Startformation zu beordern, zudem meldete sich Michaela Jelinkova im Zuspiel wieder fit und übernahm den Platz von Tess von Piekartz. Die Angreiferinnen Hana Cutura und Lonneke Sloetjes, Andrea Berg und Lea Hildebrand im Block, sowie Libera Linda Dörendahl komplettierten das Team.
Und es waren nicht die Gäste aus dem Kraichgau, sondern die Münsteranerinnen, die Probleme hatten, ins Spiel zu finden – bedingt vor allem durch die unheimlich gute Qualität der envacom volleys im Aufschlag. Die USC-Annahme tat sich schwer und die Gastgeberinnen durften sich nicht wundern, dass sie nach wenigen Minuten bereits mit 4:8 hinten lagen. Auch Lonneke Sloetjes tat sich schwer, bis dahin verbuchte die niederländische Nationalspielerinnen drei Fehler aus drei Aktionen. Die Technische Auszeit tat dem USC allerdings deutlich besser als den Süddeutschen: Mit einem Mal hieß es nach einer Aufschlagserie von Jelinkova 8:8.

USC hat auf der Zielgeraden die besseren Nerven

Kopf an Kopf ging es weiter, mal hatten die Unabhängigen, bei denen die stärkste Waffe der Aufsteiger mit Andrea Berg war, die Nase vorn, dann zog Sinsheim zwischenzeitlich wieder auf 17:14 weg. Bei 14:15 hatte Büring Fuchs aus dem Spiel genommen und dafür Ines Bathen gebracht, was sich vor allem in der Annahme positiv niederschlug. Der USC zog die Zügel erneut an, machte wieder vier Punkte in Folge, kam dann jedoch erneut ins Schlingern, als eine 20:19-Führung wegging und die Gäste mit 22:20 auf der Ziellinie scheinbar die Pole-Position hatten. Und doch: im vierten Satzball war es Cutura, die mit einem starken Aufschlag für das 28:26 und damit für die Satzführung nach 34 Spielminuten sorgte.

Münster nimmt Schwung mit

Dieses knappe Ergebnis führte dazu, dass die Münsteranerinnen mit dem Tick mehr Selbstvertrauen in den zweiten Set gingen, und die Kraichgauerinnen eben mit dem Tick weniger – was sich dann schnell in Ballpunkten auswirkte. Diesmal war es der USC, der bei der ersten Technischen Auszeit bereits eine klare Führung verzeichnete, die er schließlich von 8:4 auf 16:10 ausbaute. Bei Sinsheim häuften sich kleine Fehler, Münster wurde sicherer – ohne allerdings zu glänzen. Bei 12:9 hatte Büring im Übrigen die an diesem Tag schwächelnde Sloetjes vom Feld genommen und Kristin Kasperski auf der Diagonalen eingewechselt. Bei 20:14 gönnte er auch der zweiten etatmäßigen Angriffswaffe, Hana Cutura, eine Pause und schickte Sina Fuchs zurück ins Rennen. Der USC zog sein Ding weiter ganz, ganz sicher durch und Lea Hildebrand verwandelte nach 25 Minuten gleich den ersten Satzball zum 25:15 und damit zum 2:0.

Nur kurz gewackelt

Vielleicht waren es die offenbar klaren Verhältnisse auf beiden Netzseiten, die Münster dazu verleiteten, etwas zu lax in den dritten Abschnitt zu starten. Mit 2:5 lagen die Unabhängigen, bei denen die zuletzt mit wenig Spielpraxis ausgestattete Kasperski zunächst gut ins Match fand. Bürings Auszeit rüttelte die Westfalen wach, auf einmal waren sie wieder voll da – angeführt von einer guten Jelinkova und mit immer mehr guten Blockszenen. Sinsheim, im letzten Spiel noch mit einer bärenstarken Moral und unbändigem Kampfgeist zum 3:2 gegen den Rivalen SC Potsdam gelangt, baute nun auch psychisch ab, die Schultern gingen immer mehr nach vorn, die Gesichter wurden deutlich ernster.

Kein Glanz, aber solides Handwerk

Der USC musste in der Folge nicht glänzen, um die Partie abzuwickeln und den Heimnimbus – Münster bleibt in der Bundesliga 2011/12 am Berg Fidel ungeschlagen – zu wahren. Auch wenn sich nach 12:7 und 14:9 wieder eine Schwächephase einschlich. Denn nach 17:12 glichen Stefan Bräuers Akteurinnen bei 17:17 aus. Büring reagierte, brachte Sloetjes zurück ins Match, was auch ihre Nebenleute wieder auf die Spur brachte. Mit vier Punkten in Serie bog Münster auf die Zielgerade ein, nach 85 Minuten war das 3:0 – zwar ohne Funkenflug, aber mit handwerklich solider Arbeit gegen einen guten und taktisch vorzüglich eingestellten Gegner – perfekt. Eine gute Basis für das Gastspiel am kommenden Samstagabend beim Schlusslicht VCO Berlin.

Büring: “Sieg nie selbstverständlich!”

Axel Büring hakte den elften Saisonsieg nicht einfach als erledigte Pflichtübung ab: “Ja, da hört man im Vorfeld immer, da kommt der Zwölfte zum Vierten und alles ist klar. Aber man hat heute klar gesehen, dass auch Sinsheim gut besetzt ist, auch in der Breite. Es ist hier um zwei Punkte gegangen, und ein Sieg ist in dieser Liga nie selbstverständlich”, so der 44. Jährige. Seine Analyse der Partie: “Im ersten Satz waren wir solide, am Ende souverän – schließlich hat Sinsheim keinen Satzball gehabt. Man muss auch wissen, dass Linda mit einer Muskelverhärtung angeschlagen in die Partie gegangen ist. Sina Fuchs habe ich für Ines Bathen gebracht, weil Sina klasse trainiert hat. Zudem muss man mit den Kräften der Spielerinnen auch mal etwas haushalten.”

Bürings Kollege Stefan Bräuer trauerte ein wenig der vergebenen Chance im ersten Set nach: “Der erste Satz war von uns sehr gut, lediglich den USC-Schnellangriff haben wir nicht in den Griff gekriegt. Wir haben dann am Ende die Chance nicht genutzt. Damit macht man dann auch die andere Mannschaft stark. Wir haben schließlich unseren Faden in der Annahme verloren und Münster auch im dritten Satz nicht ernsthaft gefährdet!”

(Quelle:Lutz Hackmann/Echo-Münster)

Andrea Berg fühlt sich wieder fit und würde gern beim USC verlängern

Dieses Comeback ist wunderbar und hat sogar etwas Märchenhaftes. Zwei volle und unendlich lange Jahre kämpfte Andrea Berg nach einem Kreuzbandriss um die Rückkehr auf das Volleyballfeld. Wo andere längst aufgegeben hätten, machte die Ex-Nationalspielerin willensstark weiter.

Niemand rechnete damit, dass sie jemals zu alter Leistungsstärke zurückfinden würde. Alle hatten die Rechnung ohne die große Blondine gemacht. Tatsächlich ist Andrea Berg wieder Stammkraft im Bundesliga-Team des USC. „Das ist auch für mich eine kleine Sensation“, sagte die Mittelblockerin gestern.

Berg ist mit Abstand die dienstälteste Spielerin im Kader der Unabhängigen. Im Sommer 2002 wechselte sie vom Liga-Konkurrenten Union Emlichheim an den Berg Fidel. 2007 unterschrieb sie einen neuen Fünfjahres-Vertrag, der im Mai ausläuft. Vor zwei Jahren, als die Beschwerden im Knie nicht enden wollten, hätte sich Berg kaum vorstellen können, noch einmal zu verlängern.

Nun, wo die Dinge endlich wieder im Fluss sind, schon. Sehr offen spricht Münsters langjährige Spielführerin über Ziele und Wünsche. „Ich möchte nicht mehr wechseln, sondern meine Karriere beim USC beenden. Und dann irgendwann am Berg Fidel Tschüs sagen“, erklärt sie. Zwei Jahre hofft sie, „noch mithalten zu können. Was natürlich voraussetzt, dass der Verein mich noch will. Ich denke, wir werden in den nächsten Wochen miteinander reden.“

Im zehnten Jahr schon engagiert sich Andrea Berg für den USC. Sie hat große Momente erlebt – als Meisterin und Pokalsiegerin in den Jahren 2004 und 2005. Aber auch die dunkle Seite des Sports erfahren; nach der schweren Knieverletzung im September 2008 und in der anschließenden Leidenszeit, in der ihr das Lachen so oft verging. Inzwischen „ist alles wieder gut“. Die Form stimmt und das Knie hält. „Ich fühle mich fit. Abgesehen von ein paar Wehwehchen. Aber wer hat die mit 30 nicht“, sagt die Spielerin.

Andrea Berg steht wieder unter Dampf. An guten Tagen sieht sie sich „bei 90 Prozent“. Und gute Tage sind gar nicht so selten. Direkt in der Saisonauftaktpartie gegen Hamburg wurde sie zur besten Spielerin gewählt. Das sind die Momente, in denen sie sich freut, „dem Verein etwas zurückgeben zu können. Der USC hat mich nie fallen gelassen. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Es läuft gut bei Andrea Berg, und es läuft gut bei den Unabhängigen. Nach 14 von 24 Liga-Begegnungen rangiert Münster auf Platz vier. Das freut die Kapitänin und macht sie sogar ein bisschen stolz. „Weil wir völlig zu Recht dort stehen. Diese Mannschaft hat Qualität und ist außergewöhnlich homogen. Es gibt ein richtiges Wir-Gefühl.“

Auf Dauer sieht Berg nur Vilsbiburg, Dresden und Schwerin voraus. „Die sind konstanter als wir, das macht den Unterschied aus.“ Alle drei Topteams treten in der Rückrunde noch in Münster an. Berg verspricht ihnen einen großen Kampf. „Denn wenn wir unser Potenzial komplett abrufen, sind wir schwer zu schlagen.“

(Quelle: Wilfried Sprenger/Westfälische Nachrichten)

USC bleibt erstmals ohne Satzgewinn – 0:3 in Hamburg

Der USC Münster ist zum ersten Mal in der laufenden Bundesligasaison ohne Satzgewinn geblieben: Beim VT Aurubis Hamburg unterlagen die von Axel Büring trainierten Volleyballerinnen am Samstagabend in der CU-Arena mit 23:25, 18:25 und 24:26.

Nach der vierten Niederlage der Spielzeit 2011/2012 im 14. Match war Büring selbstredend enttäuscht. Zwar räumte der 44-Jährige ein, dass „Hamburg heute besser gewesen ist“, doch wurmte den Coach, dass seine Sechs sowohl im ersten als auch im dritten Satz nicht zupackte, als sich die Chance bot, die Durchgänge noch zu drehen.

Von Piekartz spielt zu

Büring entschied sich vor der Partie gegen den Einsatz von Stamm-Zuspielerin Michaela Jelinkova, die nach einer Mandelentzündung noch nicht richtig bei Kräften war und lediglich zwei Mal mit dem Team hatte trainieren können. Daher schenkte der Coach erneut der jungen Tess von Piekartz das Vertrauen. Im Block starteten Lea Hildebrand und Andrea Berg, die später unglücklich den Ball vor dem Kopf bekam und durch Mindi Wiley ersetzt werden musste. Im Angriff spielten selbstredend Hana Cutura und Lonneke Sloetjes, sowie Ines Bathen, die sich ihre Aufgabe am Samstag weitgehend mit Sina Fuchs teilte. Dazu stand Linda Dörendahl als Libera auf dem Feld.

Im zweiten Set ist nichts zu holen

Den ersten Ballpunkt in der neuen Hamburger Spielhalle markierte der USC, doch nach einer 2:1-Führung machten die Hanseaten drei Punkte in Folge und führten von da an bis zur Schlussphase. Bei 14:10 schien eine Vorentscheidung gefallen, vor allem in Aufschlag und Annahme zeigte sich Hamburg den Westfälinnen überlegen, hatte aber auch in den meisten anderen Bereichen die Vorteile auf seiner Seite. Am Satzende war der USC wieder nah dran, doch das VTA schaffte es nach 26 Minuten, mit 25:23 den ersten Set für sich zu verbuchen.

Das knappe Ergebnis schien an den Unabhängigen zu nagen, denn nach kurzem Hoch am Anfang des zweiten Abschnittes (2:0) lagen die Gäste schon zur ersten Technischen Auszeit mit 5:8 hinten und konnten nichts dagegen tun, dass sich die Norddeutschen immer weiter absetzten. Bei 18:11 für Hamburg war klar, dass der USC den Satz auch abgeben würde, schließlich hatte die Sechs von Trainer Jean-Pierre Staelens mit 25:18 klar die Nase vorn.

Münster wehrt vier Matchbälle ab

Ganz ähnlich schien sich der dritte Durchgang zu entwickeln. Münster erwischte einen blitzsauberen Start, führte 4:0 – und lag beim Timeout bereits wieder hinten. Die Hanseaten um Hauptangreiferin Lousiane Souza-Ziegler und Stellerin Kim Staelens zogen auf 11:8 davon, doch der USC gab sich nicht auf, kämpfte und versuchte alles. Zwischenzeitlich stand es 11:11, doch das VTA setzte sich hernach auf 18:15 und 23:19 ab. Die Unabhängigen nahmen trotz der vermeintlich aussichtslosen Lage das Herz nochmal in die Hände, wehrten bei 24:20 für Hamburg gleich vier Matchbälle ab – um beim fünften dann doch mit leeren Händen dazustehen.

Beste Münsteranerin war Hana Cutura mit 17 Punkten – was Büring auch nicht froh stimmen konnte. „Sicher, Hamburg hat heute deutlich besser agiert als in seinen letzten drei Spielen. Aber da kann man sich nicht deswegen beschweren, sondern muss die eigene Qualität bringen. Das haben wir heute nicht geschafft“, resümierte Büring sichtlich angefressen. „Wir hatten zwei Mal die Chance, einen Satz noch zu drehen, aber wir haben es nicht getan!“ Der USC hat nun jedenfalls Zeit, die Niederlage zu verarbeiten: Erst am 15. Januar müssen die Unabhängigen wieder ran, dann sind die envacom volleys Sinsheim zu Gast am Berg Fidel.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

USC lässt Stuttgart beim 3:0 keine Chance

Das war mal eine gelungene Revanche für das Aus im DVV-Pokal Mitte Dezember: Mit 3:0 (25:16, 25:15, 25:21) schmetterten die Volleyballerinnen des USC Münster am Montagabend vor der Saison-Rekordkulisse von 1912 den Rivalen Smart Allianz Stuttgart aus dem eigenen Volleydome und beenden eine bemerkenswerte Bundesliga-Hinrunde mit vorzüglichen 20:6 Zählern.

Auf drei Positionen gegenüber dem letzten Match beim 3:1 in Leverkusen veränderte USC-Trainer Axel Büring die USC-Startformation. Für Zuspielerin Michaela Jelinkova (Mandelentzündung und nur auf der Bank) führte Tess von Piekartz Regie, im Block kam Andrea Berg für Mindi Wiley und auch Ines Bathen rückte wieder für Sina Fuchs ins Team.

Einziger Mangel: Der Aufschlag

Bemerkenswert war die Deutlichkeit, mit der der USC den ersten Set dominierte. Beim zwischenzeitlichen 5:4 resultierten alle Stuttgarter Punkte aus Aufschlagfehlern der Unabhängigen. Und auch danach hatte Münster noch leichte Probleme, die angedeutete Überlegenheit in Punkte umzumünzen. Das allerdings war nach 8:9 vorbei. Die Westfalen zogen auf 13:9 davon, was einer Vorentscheidung gleichkam. Vor allem Lonneke Sloetjes hinterließ auf USC-Seite einen bärenstarken Eindruck, die niederländische Angreiferin markierte alleine zehn Punkte im ersten Durchgang. Mit dem zweiten Satzball machten die Münsteranerinnen dann das 25:16 und damit die Führung perfekt.

Nowakowska kommt für Engel

Und auch in den zweiten Abschnitt starteten die Gastgeber nach Maß: Mit Tess von Piekartz am Aufschlag stand es nach kurzer Zeit schon 4:0. Mit durchweg guter Aufschlagqualität, mit feinen Blockszenen und kraftvollen Angriffen zogen die Münsteranerinnen auf 13:4 davon. Hier hatte Gäste-Coach Jan Lindenmair schon reagiert, für die Ex-Münsteranerin Doreen Engel auf der Zuspielposition Anna Nowakowska gebracht. Doch es blieb dabei: Die Schwaben machten einen schwerfälligen und wenig inspirierten Eindruck, der USC präsentierte sich in allen Elementen überlegen. Ganz prächtig machte von Piekartz ihren Job, die 19-Jährige führte ausgesprochen variabel Regie, konnte sich dabei aber auch auf ihre Abnehmerinnen verlassen. Über 16:6 und 21:12 schmetterte sich Münster dem 2:0 entgegen, das Lea Hildebrand mit einem Schnellangriff zum 25:15 in trockene Tücher brachte.

USC findet rechtzeitig zurück in die Spur

Mit dem Rücken zur Wand wurden die Volleyballerinnen aus der Neckar-Metropole dann aber erheblich stärker – eine Steigerung, die sich auch im Satzverlauf niederschlug. Nach 5:5 setzten sich die Süddeutschen auf 9:5 ab, kurz drauf stand es 12:7 für Stuttgart. Die Schwaben schienen sich langsam aber sicher gefunden zu haben. Doch der USC blies nochmal zur Aufholjagd. Mit einem Mal stand es 12:12. Ärgerlich aus USC-Sicht: Mehre kleine Fehler waren es, die dann dazu führten, dass sich Smart Allianz mit einem kleinen Puffer von 16:13 in der zweiten Technischen Auszeit wiederfand. Doch Münster brachte sich wieder selbst in die Spur zurück – wohl auch dem eigenen Selbstvertrauen geschuldet, das die Büring-Truppe nach den überzeugenden Ergebnissen der letzten Wochen getankt hat. Und schon lag der USC mit vier Punktgewinnen in Folge wieder vorne. Diesmal ließen sich die Westfalen die Führung nicht mehr nehmen. Nach 77 Minuten hatte Münster bei 24:20 vier Matchbälle, den zweiten knalle Cutura wuchtig auf Stuttgarter Boden – die beste Hinrunde seit dem Meisterjahr 2004/2005 war für die Unabhängigen perfekt!

Büring: “Überragendes Ergebnis”

Nach Spielende brauchte Büring eine kurze Zeit, um das so überraschend deutliche Ergebnis zu verarbeiten. „So einen Spielverlauf habe ich selten erlebt. Da verschlagen wir im ersten Set neun Aufschläge und liegen trotzdem immer in Führung“, so der 44-Jährige. „Wir haben dann im zweiten Durchgang unseren Aufschlag in den Griff gekriegt. Im dritten Satz habe ich mich etwas verzockt. Ich dachte, dass Jan Lindenmair umstellt, habe bei uns entsprechend geändert – und da haben die Zuordnungen nicht mehr gepasst. Aber auch das haben die Mädels super reguliert. Wir hatten heute ein unheimlich hohes Niveau im Sideout. Und auch Tess hat ihre Feuertaufe bestanden. Dass wir die Hinrunde jetzt mit 10:3 Siegen beenden, das ist ein überragendes Ergebnis“, frohlockte der Amelsbürener.

Sein Trainerkollege Jan Lindenmair zeigte sich nach der siebten Saisonniederlage nachdenklich. „Das war heute unser schlechtestes Saisonspiel. Wir hatten keine Annahme, keine Punkte im Angriff und haben kaum einen Ball abgewehrt“, kritisierte der 33-Jährige. „Das ist jetzt für uns alle keine schöne Situation. Ich denke, wir müssen unsere Ziele korrigieren, sehen, dass wir irgendwie in die Play-offs kommen und da dann topfit sind“, schloss Lindenmair.

(Quelle:Lutz Hackmann/Echo Münster)

3:1 bei Bayer – USC geht als Dritter ins Jahr 2012

Eine gute Stunde lang sah alles nach einem standesgemäßen und unaufgeregt klaren 3:0-Erfolg des USC Münster beim Aufsteiger TSV Bayer 04 Leverkusen aus, doch am Ende mussten die Unabhängigen dann doch noch etwas zittern, bevor das 3:1 (25:18, 25:19, 22:25 und 25:20) in trockenen Tüchern war.

Nach 104 Spielminuten war die Sache dann entschieden: Im letzten Spiel des Kalenderjahres 2011 schmetterten sich die Westfälinnen ihre Zähler Nummer 17 und 18 aufs Punktekonto, neun Siege stehen nur drei Niederlagen in der laufenden Saison gegenüber – so gut sind die Volleyballerinnen von Trainer Axel Büring seit dem Meisterjahr 2004/2005 nicht mehr aus den Startlöchern gekommen. Und nach der Schweriner Tiebreak-Niederlage am Dienstagabend beim VfB Suhl geht der USC als Tabellendritter ins neue Jahr, wohlgemerkt nur zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter Rote Raben Vilsbiburg, der zeitgleich in ein 2:3 beim Verfolger Dresdner SC einwilligen musste.

Keine Luftschlösser

Luftschlösser allerdings baut beim USC – zumindest im Team – niemand, denn Büring und seine Elevinnen wissen diese Momentaufnahme sehr wohl einzuordnen. Immerhin hat der Liga-Vierte und amtierende Meister Schweriner SC ein Match weniger absolviert, zudem geht es gerade im Bereich der Top-Acht, die die Play-offs erreichen werden, ausgesprochen eng zu. „Das ist jetzt ein schöner Augenblick, auf 18:6 Puntke können wir schon stolz sein. Aber mehr als eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Play-off-Plätze haben wir noch nicht.“ Andererseits erwartet der USC die drei besten Mannschaften – die Raben, den DSC und den SSC – sowie auch den VfB Suhl in der Rückrunde daheim am Berg Fidel. Und dort hat die Büring-Sechs in dieser Saison noch kein Bundesliga-Spiel verloren…

Wiley und Fuchs in der Startsechs

Beim Vorletzten entschied sich Büring im Übrigen davor, mit Kapitänin Andrea Berg und Ines Bathen zwei bisher absolute Stammspielerinnen aus der Startformation herauszulassen. Für Berg durfte Neuzugang Mindi Wiley im Block zum dritten Mal in dieser Saison von Beginn an ran, erstmals stand auch Youngster Sina Fuchs zum ersten Service auf dem Feld. Büring: „Unsere Mannschaft besteht ja nicht nur aus sieben Spielerinnen. Die anderen müssen auch einmal diese Situation kennen lernen, sonst helfen sie uns nicht weiter, wenn es um was geht. Und wir müssen auch sagen können: Unsere Grundqualität ist höher als die von Leverkusen, da kann man das probieren.“ Die Umstellung schien den Münsteranerinnen überhaupt keine Probleme zu machen: Die beiden NRW-Konkurrenten standen kaum auf dem Parkett, da führte Münster bereits mit 5:1, näher als drei Ballpunkte – bei 5:8, respektive 13:16 bei den beiden Technischen Auszeiten – kam Leverkusen nicht an den Favoriten aus der Domstadt heran. Dass sich bei Diagonal-Angreiferin Lonneke Sloetjes der bisher bestenfalls durchwachsene Aufschlag in letzter Zeit deutlich verbessert hat, zeigte sich, als die niederländische Nationalspielerin im ersten Durchgang acht Mal servieren durfte – so viel wie keine andere Akteurin auf dem Feld.

Auch nach dem ersten Seitenwechsel waren die Gäste dem TSV letztlich klar überlegen. Büring ließ mit der selben Formation wie in Set eins beginnen, und nach anfänglichen Irritationen, als man den Leverkusenerinnen um die Ex-Münsteranerin Anna Hoja erlaubte, mit 8:5 ins erste Timeout zu gehen, fand der USC seinen Rhythmus wieder, drehte den Spielstand von 10:12 auf 15:13. Mit 9:4 Ballpunkten nach der zweiten Technischen Auszeit legte Münster einen vorzüglichen Endspurt hin und die knapp 900 Zuschauer stellten sich nach 25:18 und 25:19 auf einen baldigen Feierabend in der Smidt-Arena ein.

USC verliert den Faden

Doch so schnell sollte es dann doch nicht gehen. Der Rekordmeister, nun mit den eingewechselten Kasperski (für Sloetjes) und Bathen (für Fuchs) auf dem Feld, konnte den Spannungsbogen nicht halten, im Gegenzug sah Bayer die letzte Chance, noch etwas auszurichten, und die kampfstarke Mannschaft von Zhong Yu Zhou steigerte sich. Dennoch war trotz der zwischenzeitlichen 11:4-Führung der Gastgeber auch ein 3:0 für Münster noch im Bereich des Möglichen, denn bei 16:16 waren die Unabhängigen wieder dran. Doch der TSV bäumte sich nochmal auf, schließlich verkürzte Bayer mit 25:22 auf 1:2. „Das sind halt Mechanismen, die im Volleyball immer wieder greifen. Du verlierst etwas den Faden, und der Gegner kommt mit der Halle im Rücken nochmal auf. Leverkusens Aufschlagqualität war da auch sehr hoch“, beschrieb Büring die Situation.

Hildebrand mit starkem Auftritt

Auch im vierten Durchgang kamen die Gäste anfangs nicht so richtig weg vom Aufsteiger, doch der Sprung von 6:6 auf 9:6 ebnete dem USC den Weg. Allerdings war selbst bei 18:12 die Messe noch nicht endgültig gelesen, Leverkusen mobilisierte die letzten Kräfte und verkürzte den Rückstand auf 18:20. Wie im zweiten Set schalteten die Westfälinnen dann aber noch einmal einen halben Gang hoch, was reichte, um das am Ende klare 25:20 in trockene Tücher zu bringen. „Wir haben unseren Job gemacht, auch wenn mich heute keine Spielerin so richtig überzeugt hat“, schloss Büring sein Resümee. Eine Ausnahme machte der 44-Jährige dann doch: Blockerin Lea Hildebrand lieferte in Leverkusen eine starke Leistung ab und war mit überzeugenden 17 Punkte beste Münsteranerin. Der nächste Auftritt der Unabhängigen wird am 2. Januar in der Halle Berg Fidel sein: Zum Hinrundenabschluss kommt SA Stuttgart ins Volleydrom.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

Sieg beim Primus: USC legt sich Raben-Punkte unter den Baum

20 Stunden Fahrt für 79 Minuten Spieldauer – man könnte fast geneigt sein zu sagen: Das lohnt sich nicht! Für den USC Münster haben die Strapazen der Reise nach Vilsbiburg in Niederbayern mehr als gelohnt: Mit einem 3:0 (25:22, 25:20, 25:20) sorgten die Unabhängigen bei den in dieser Saison ungeschlagenen Roten Raben für einen echten Coup.

Mit 20:0 Zählern waren die Bayern in den Ring gestiegen gegen die Westfalen, die 14:6 Zählern ausgestatteten Münsteranerinnen waren – auch wegen noch fehlender positiver Ausrutscher nach oben – als Außenseiter in die neue Ballsporthalle der 12.000-Einwohnerstadt gefahren. Doch Außenseiter hin, elfeinhalb Stunden Anreise her, die Unabhängigen ließen sich keinesfalls als Geschenk für Vilsbiburger Weihnachts-Bescherungen einpacken, sondern legten sich nicht nur zwei Punkte unter den Baum, sondern werden die Erinnerungen an diesen Sieg in den ausstehenden Spielen vielleicht noch positiv benutzen.

Schnellangreifer im Griff

Alles andere als eine Überraschung war die Startformation, die USC-Trainer Axel Büring ins Rennen schickte, mit Michaela Jelinkova, Andrea Berg, Lea Hildebrand, Hana Cutura, Lonneke Sloetjes, Ines Bathen und Libera Linda Dörendahl war der USC bisher in acht Spielen dieser Saison zum ersten Aufschlag angetreten. Der erste Durchgang entwickelte sich zu einer spannenden Angelegenheit. Die Westfalen präsentierten sich gut vorbereitet und hatten die Vilsbiburger Schnellangreifer Paz Hidalgo und Todd sehr gut im Griff. Auch deswegen hatte Münster in beiden Technischen Auszeiten knapp die Nase vorn und behauptete seine Führung. Die entscheidende Mini-Serie hielt sich der USC für den Endspurt auf, nach 21:20 zog er mit der kurz eingewechselten Sina Fuchs am Service auf 24:21 weg und schnürte mit dem zweiten Satzball die Führung fest.

Souveräner Vorstellung

Erstaunlich deutlich dominierten die Gäste dann den zweiten Abschnitt. „Man muss wirklich sagen, dass es sich immer gut anfühlte“, gestand Büring nach der Partie. Über 6:3 und 14:9 zog Münster weg, nach einem Sprung von 19:16 auf 23:16 war den Unabhängigen auch der zweite Satz nicht zu nehmen. Mit unheimlich hoher Qualität in der Annahme, aber auch Aufschlagserien von Jelinkova und Hildebrand war das Büring-Ensemble am Vorweihnachtsabend tonangebend. „Man muss einfach dran glauben, im Herzen tragen. Wir haben die Qualität gehabt, den Gegner zum Wackeln zu bringen. Und das hat Vilsbiburg ja in dieser Saison noch nicht oft erlebt. Wobei ich auch denke, dass die Raben nicht hundertprozentig fit waren. Die haben durch den Europapokal halt noch mehr Spiele in dieser kurzen Zeit als wir. Trotzdem muss man das erstmal hier machen“, war Bürings Einschätzung.

Büring: „Doppelt schön!“

Auch im dritten Set lagen die Raben nur einmal in Front, bei 3:2, ansonsten sorgte der USC mit seiner Stabilität, die nicht nur in den Verteidigungselementen, sondern auch an den Hauptangreiferinnen Hana Cutura (16 Punkte) und Lonneke Sloetjes (20 Punkte) lag. Lediglich die Kubanerin Mesa Luaces konnte auf Raben-Seite (17) in diese Regionen vordringen. Über 14:10 und 20:16 distanzierte Münster die Bayern auf 24:18, der dritte Matchball saß. „Sicher, das ist schon etwas überraschend. Wir packen uns diese Punkte jetzt morgen unter den Weihnachtsbaum“, strahle Büring nach dem Coup, auf den der USC fünf Jahre lang hatte warten müssen. Es war der erste Sieg seit 2006 im Raben-Nest. „Uns war klar, dass wir hier was Besonderes schaffen können. Dass es geklappt hat, ist für uns doppelt schön“, freute sich der 44-Jährige.

Trotz allem: Weihnachten wird für die USC-Volleyballerinnen ein kurzes Vergnügen. Bereits am 27. Dezember reisen die Unabhängigen zum Vorletzten Bayer Leverkusen. Und der bisher sieglose Werks-Klub hat heute – wie der USC – für Furore gesorgt und bei Alemannia Aachen mit 3:0 gewonnen.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)

USC 1:3 – Dresden den entscheidenden Tick besser

Der deutsche Vizemeister Dresdner SC war für die Volleyballerinnen des USC Münster am Samstagabend einen Tick zu stark: Mit 1:3 (20:25, 21:25, 25:23, 20:25) unterlagen die Unabhängigen in der Margon-Arena im Bundesliga-Spitzenspiel des Zweiten gegen den Vierten.

Axel Büring gab der Mannschaft das Vertrauen, die am vergangenen Montag im Pokal-Viertelfinale mit 1:3 am Titelverteidiger SA Stuttgart gescheitert war, startete also mit Zuspielerin Michaela Jelinkova, den Blockern Andrea Berg und Lea Hildebrand, sowie im Angriff mit Lonnekes Sloetjes, Hana Cutura und Ines Bathen, ergänzt von Libera Linda Dörendahl. Alexander Waibls Sachsen holten aus den ersten fünf Ballwechseln vier Punkte, dann allerdings hatte sich der USC schnell akklimatisiert und war bei der ersten Technischen Auszeit schon wieder mit 7:8 dran und bot den Gastgebern bis zum 12:12 Paroli. Dann aber gelang dem DSC der vorentscheidende Sprung auf 16:13. Ein Vorsprung, den die nun souverän agierenden Dresdner nicht nur hielten, sondern noch um zwei weitere Punkte bis zum Satzende ausbauen konnten.

Acht-Punkte-Serie entscheidet den Set

Dresden machte nach dem ersten Seitenwechsel zunächst wieder den besseren Eindruck. Die schnelle 3:1-Führung der Westfalen konterte der Vizemeister auf 4:3 und schien bei 11:8 auf dem klaren Weg zur 2:0-Setführung. Doch Münster wartete auf die Chance – und packte sie beim Schopfe, als sie sich bot: Mit 8:4 Ballpunkten gingen die Gäste in der Folge sogar als führendes Team in die zweite Technische Auszeit, doch mit einem Schlag verloren sie – wie schon gegen Stuttgart am Montag – völlig den Faden. Achtmal nacheinander durften die Sachsen in Person von Zuspielerin Mareen Apitz servieren, erst bei 23:16 gelang dem USC es, die Serie zu durchbrechen. Trotz des klaren Rückstandes kämpfte Münster weiter und war bei 21:23 fast wieder in Schlagdistanz. Doch Dresden riss sich rechtzeitig zusammen und baute den Vorsprung dann doch auf 2:0 Sätze aus. „Bis hierhin war Dresden einfach die bessere Mannschaft“, anerkannte auch Büring.

USC mobilisiert alle Kräfte

Wer von den fast 2000 Fans in der Margon-Arena nun gedacht hatte, damit sei der Widerstand des Bundesliga-Rekordmeisters gebrochen, hatte sich getäuscht. Die Unabhängigen steckten den Rückstand einfach weg und begannen einfach nochmal von vorn im dritten Durchgang. Den guten 7:4-Start machten sich die Münsteranerinnen zwar mit vier Punktverlusten in Folge zunichte, doch mit immensem Kampfgeist, guter Moral und phasenweise sehr guten Szenen fighteten sich die Westfalen nach hinten raus wieder an Dresden vorbei. Mit dem ersten Satzball war der Durchgang gewonnen, und nun wollten die Gäste, bei denen einmal mehr Hana Cutura (insgesamt 16 Punkte) und auch Lonneke Sloetjes (13) herausragten, mehr. Aber Dresden, trotz der vier verletzungsbedingten Ausfälle immer noch mit einem Luxus-Kader auf dem Feld, ließ sie nicht.

Nicht ein einziges Mal schaffte es das Büring-Ensemble im vierten Durchgang die Führung zu übernehmen, über 8:6 und 16:13 nährte sich der DSC dem Sieg. Münster schaffte es nicht mehr, die Gastgeberinnen entscheidend zu bremsen, im Block und in der Feldabwehr hatten die Sachsen hier einfach die Nase vorn und hatten nach 107 Spielminuten die zwei Zähler für den Sieg im Sack.

„Hat Energie gekostet“

„Im dritten und vierten Durchgang war unsere Leistung schon sehr gut. Man hat heute gesehen, dass beide Teams sich nach den jeweiligen Niederlagen zuletzt viel vorgenommen hatten. Wenn du 0:2 zurückliegst und dann im dritten Set so zurückkommst, ist das eine starke Leistung. Was den Willen angeht, waren wir heute sehr weit vorn. Aber der Satzgewinn hat natürlich auch viel Energie gekostet. Und Dresden ist eine Mannschaft, die um die Meisterschaft mitspielt! Der DSC hat insgesamt auf jeden Fall verdient gewonnen“, resümierte Büring, der bereits am Mittwoch mit seiner Sechs Alemannia Aachen zum Heimspiel erwartet.

(Quelle: Echo-Münster/Lutz Hackmann)